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Hubert Wirth tankt den Bulldog an einer weißrussischen Landstraße auf – die Menschen gehen auf ihn zu. Nur eine von mehreren Filmreportagen über die WM-Fahrt des Schellbronners. Foto: Meyer
Hubert Wirth tankt den Bulldog an einer weißrussischen Landstraße auf – die Menschen gehen auf ihn zu. Nur eine von mehreren Filmreportagen über die WM-Fahrt des Schellbronners. Foto: Meyer
Hubert Wirth. Foto: Ketterl
Hubert Wirth. Foto: Ketterl
14.06.2018

Ein Schellbronner und sein Weg mit dem Traktor zum Start der Fußball-WM

Neuhausen-Schellbronn. Von Schellbronn nach Moskau auf einem 80 Jahre alten Lanz-Bulldog: Das dauert. Doch was Hubert Wirth aus dem Neuhausener Teilort da als Abenteuer auf sich genommen hat, um zum Start der Fußball-WM nach Russland zu gelangen, hat ihm auf den rund 2400 Kilometern viele Herzen zufliegen lassen.

So jedenfalls ist die Pforzheimerin Tatjana Röhm auf die Fahrt des Mannes aufmerksam geworden. 1995 war sie aus dem Ural in die Goldstadt gekommen. Doch jetzt häuften sich Rückmeldungen aus der alten Heimat. Und alle drehten sich um den Mann mit seinem Traktor. „Herr Wirth ist in Weißrussland und Russland zu einem richtigen Star geworden“, sagt sie und berichtet voller Begeisterung von Fernsehbeiträgen über die lange und langsame Reise des Schellbronners.

Besonders deutlich wird das anhand eines Beitrags des weißrussischen Senders „ABW.BY“, den Tatjana Röhm der PZ übersetzt. Ein Reporter macht sich darin zusammen mit einer Dolmetscherin an der Stadtgrenze von Minsk auf die Spur des Deutschen Traktorfahrers, von dem er so viel gehört habe. Das Duo stoppt schließlich einen Lastwagen, um andere Trucker über Funk um Hilfe zu bitten. Mit Erfolg. An einer kleinen Tankstelle an einer Landstraße treffen sie Hubert Wirth beim Tanken an. Anwohner bestaunen da schon das auffällige Gespann mit dem Lanz-Bulldog vorne und einem fass-ähnlichen Wohnanhänger im Schlepptau. Als die Weißrussen den Schellbronner kurz darauf begleiten, zeigt ihr Tacho 20 Stundenkilometer. Aber das sei Reisen für ihn, sagt Wirth dem Fernsehteam: langsam, mit dem Blick für Land und Leute. Nicht mit dem Flugzeug direkt in ein Hotel. Er wolle Menschen kennenlernen, so der Schellbronner. Und die ihn. Das weißrussische Filmteam hat zuvor Lebensmittel für den Reisenden eingekauft, um in seinem mobilen Heim für ihn zu kochen.

„Ich finde das ganz, ganz toll“, sagt Tatjana Röhm. Der WM-Traktor-Fahrer hat mit seiner Reise für die Pforzheimerin zugleich eine Brücke geschlagen zwischen ihrer alten und ihrer neuen Heimat. Das muss der Fußball erst mal hinkriegen.