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Sie demonstrieren die Spielregeln des Winzerlaufs: Roland Wolf (von links), Klaus Pfeiffer und Volker Fränkle. Im Hintergrund mit Mikrofon: Moderator Wolfgang Trautz. Foto: Martin Schott
16.09.2018

Eisingen feiert sein Kelter- und Winzerfest rund um die Alte Kelter

Eisingen. Mit vielen Gästen aus dem Ort und von auswärts feierte Eisingen sein alle zwei Jahre stattfindendes Kelter- und Winzerfest. Zum 23. Mal ausgerichtet, zählt die Veranstaltung zu den besonders traditionsreichen Festen, die ihren gedanklichen Kern im Saft der Reben haben. Den realen Kern bildet die Alte Kelter aus dem Jahr 1556.

Einer Tradition folgend, versammelten sich am Rathaus Gemeinderäte, Pfarrer und die Vorsitzenden der am Fest mitwirkenden Vereine. Mit Bürgermeister Thomas Karst an der Spitze und dem Orchester des Musikvereins mit Dirigentin Cornelia Schmid zog man die Strecke bis zur Alten Kelter. Hier hatte sich bereits eine große Zahl an erwartungsfrohen Zuschauern eingefunden.

Lob an Hobbywinzer

„Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch“, zitierte Karst ein Sprichwort in seiner Eröffnungsansprache. Und auch wenn es in diesem Jahr viel zu wenig geregnet hat: Für die Reben hat es letztlich doch gereicht, und schon seit gut zwei Wochen läuft die Lese im Weinberg, die auf ein gutes Ergebnis hoffen lässt. Überhaupt: „Es sind unsere hauptberuflichen Winzer und unsere Hobbywinzer, die die Tradition des Weinbaues in Eisingen aufrecht und lebendig erhalten“, so der Bürgermeister: „Drei Dinge sind’s, die ergeben den Wein: Die Erde, die Rebe, der Sonnenschein, doch wenn die Arbeit des Winzers nicht wär, dann bliebe der schönste Becher leer.“

Volle Becher gab es beim gemeinsamen Anstoßen, bei dem auch die Spitze der Gemeindeverwaltung des italienischen Partnerorts San Polo d’Enza mit von der Partie war: Der erst vor wenigen Wochen gewählte neue Bürgermeister, Franco Palù, sein Stellvertreter Marco Fontanili und auch die Gemeindeassessorin für Soziales, Elisa Cavatorti waren als Teil einer 18-köpfigen Besuchergruppe nach Eisingen gekommen. „Dies ist ein großes Zeichen der Wertschätzung unserer Partnerschaft über die nationalen Grenzen hinweg“, sagte Karst. Am Band der Freundschaft der Gemeinden, die seit fast 30 Jahren bestehe, wolle man weiter knüpfen, so Franco Palù. „Es sind gerade diese Gelegenheiten, die uns Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft geben.“

Den schwungvollen Start ins Festgeschehen machte die dritte Auflage des „Eisinger Winzerlaufes“, bei dem mit nassen Softbällen und Schwämmen, Butten und einer kleinen Presse der Weg des Weines von der Traube bis in die Flasche symbolisch durchgespielt wird. Heiter und eloquent moderiert von Wolfgang Trautz und versiert geleitet von Andreas Überschaer, Klaus Pfeiffer und Reiner Gebhard, rangen fünf Mannschaften unter Anfeuerungsrufen der Zuschauer um den Sieg. Der wurde schließlich dem Fußballsportverein mit Joe Käfer, Felix Drapa und Conny Vehrs zuteil.

Beim Bummel durch das Fest fiel ein Zelt ins Auge: Musikverein und Chorgemeinschaft „Eintracht“ haben sich zusammengetan und spielten vom frisch gebackenen Holzofenbrot der Sänger bis zu den sauren Kutteln von Musiker-Chefkoch Albrecht Sinn eine kulinarische Palette aus. Am Stand des „Freundeskreises internationaler Beziehungen Eisingen“ (FiB) gab es auch emilianische Spezialitäten aus San Polo zu erwerben. Das Eisinger Jugendzentrum lockte mit Live-Musik der Band „Elfriede’s Journey“.

Der zweite Festtag wurde eröffnet mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Pfarrer Ralf Krust und Gemeindereferentin Ivonne Lichtwald, der vom Posaunenchor und der Chorgemeinschaft „Eintracht“ mitgestaltet wurde.