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Um die Beschaffung von dringend notwendigem Wohnraum für geistig behinderte Kinder und junge Erwachsene ging es bei einem Treffen mit Eltern bei der Familie Grimm in Bauschlott. Frank-Johannes Lemke (knieend), Vorstandsvorsitzender der Caritas Pforzheim, zeigte Pläne für ein barrierefreies Wohnhaus in Eutingen. Foto: Dietrich
Um die Beschaffung von dringend notwendigem Wohnraum für geistig behinderte Kinder und junge Erwachsene ging es bei einem Treffen mit Eltern bei der Familie Grimm in Bauschlott. Frank-Johannes Lemke (knieend), Vorstandsvorsitzender der Caritas Pforzheim, zeigte Pläne für ein barrierefreies Wohnhaus in Eutingen. Foto: Dietrich
24.10.2017

Eltern von Kindern mit Behinderungen suchen nach Wohnmodellen

Neulingen/Enzkreis/Pforzheim. Eltern mit geistig behinderten Kindern haben eine Initiative ins Leben gerufen, die den Zweck hat, im Enzkreis oder in Pforzheim Wohnmöglichkeiten für ihre Kinder zu finden, wenn diese erwachsen sind. Momentan ist die Aussicht solche Wohnplätze in der Nähe zu finden sehr schwierig. Im Enzkreis gibt es keine freien Plätze mehr. Deshalb versuchen die Eltern, die Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen, damit ihnen besonders für Wohngemeinschaften (WGs) geeignete Räume angeboten werden.

Die Eltern in der Initiative kennen sich beispielsweise über die Schulen und Freizeiten ihrer Kinder. Und sie sind sich mit Blick auf solche WGs einig: „Die Betreuung über verschiedene soziale Träger wäre dann kein Problem mehr. Gerade in Zeiten von Inklusion und Integration wäre es nötig, die Behinderten möglichst normal unterzubringen.“ Momentan sieht es allerdings eher danach aus, dass die Behinderten bei den Eltern wohnen bleiben, bis diese nicht mehr können. Doch wenn die Kinder dann bereits 40 oder 50 Jahre alt sind, wird es schwierig, dass sie sich noch in Wohnheime oder WGs integrieren.

Auf Wohnungssuche sind momentan 16 behinderte junge Leute im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, die Wohnraum suchen. Den Eltern ist klar, dass es bis zu fünf Jahre dauern kann, bis sie etwas finden werden. Um eben diese Problematik zu erörtern, gab es bereits zwei Elterntreffen bei Martina und Gerhard Grimm im Neulinger Teilort Bauschlott. Auch einige der betroffenen Kinder waren dabei. Zu einer dritten Sondierung am Freitagabend konnten die Initiatoren Frank Johannes Lemke, den Vorstandsvorsitzenden der Caritas Pforzheim, gewinnen, der zwei geplante Projekte seiner Organisation vorstellte. „Wohnraum für Behinderte zu schaffen ist unser Auftrag, dem wir uns stellen“, betonte er. Zunächst könnte in Eutingen bereits in der zweiten Hälfte 2018 mit dem Bauen eines normalen, barrierefreien Wohnhauses begonnen werden. 2019/20 könnte es bezugsfertig sein. Neben zwei WGs für bis zu insgesamt sechs bis acht Menschen mit Handicap und vier Einzimmerwohnungen, sollen auch mehrere Wohnungen für Familien mit Kindern entstehen.

Bedarf nimmt zu

Ein zweites Modell, ähnlich dem „Haus am Kappelhof“ in Pforzheim, soll für rund 40 Behinderte ein Zuhause bieten, darunter 24 Wohnheimplätze für Schwerstbehinderte. Es wird im östlichen Enzkreis geplant. Da es bisher nur nichtöffentliche Beratungen gab, ist die Planung noch nicht so weit fortgeschritten, weshalb ein Bezug nicht vor 2021 möglich sein werde. Allerdings könne aufgrund von Wartelisten die Nachfrage nach Plätzen mit diesen beiden Projekten auch nur bedingt befriedet werden. Der Bedarf nehme deutlich zu.