nach oben
Zählen, zählen, zählen - und am Ende haben die Engelsbrander und Büchenbronner für die Windkraft gestimmt.
Zählen, zählen, zählen - und am Ende haben die Engelsbrander und Büchenbronner für die Windkraft gestimmt. © Seibel
14.10.2012

Engelsbrand und Büchenbronn sagen Ja zur Windkraft

Engelsbrand sagt ja zur Windkraft. Beim Bürgerentscheid in der hoch gelegenen Nordschwarzwald-Gemeinde sprachen sich 30,7 Prozent der Wahlberechtigten dafür aus, der Windkraft eine Chance zu geben. Die Gegner brachten 21,3 Prozent hinter sich.

Damit ist der Engelsbrander Bürgerentscheid rechtskräftig. Im Pforzheimer Stadtteil Büchenbronn gab es eine Bürgerbefragung, die quasi nur die Wünsche der Bevölkerung dokumentiert. Allein schon die hohe Rücklaufquote der Umfragebögen in Höhe von 76,78 Prozent zeigt, wie sehr die Büchenbronner sich für das Thema Windkraft interessieren. 78,2 Prozent sprachen sich dafür aus, 20,4 Prozent waren gegen eine Windkraftanlage.

„Man hat kaum etwas im Dorf gehört, nicht beim Bäcker oder Metzger – die Leute haben das Thema nicht auf der Straße diskutiert“, sagt Büchenbronns Ortschaftsrat Marco Faas (SPD). Kontrovers wurde eher im Ortschaftsrat, speziell in den Bürgerfragestunden geredet. Faas hatte schon im Kommunalparlament klar gemacht, dass sein Herz für Windkraft schlägt – „von mir aus auch in meinem Garten“.

Das sieht Uwe Freivogel, stellvertretender Ortsvorsteher und Fraktions-Chef der CDU anders. Er hatte von Anfang an argumentiert, die Windräder – an der Rotorspitze rund 200 Meter hoch – verschandelten die Landschaft. Büchenbronns Attraktivität, insbesondere für potenzielle Zuzügler speise sich aus der Unversehrtheit der Büchenbronner Höhe. Gleichwohl habe sich schon früh herauskristallisiert, dass die Büchenbronner mehrheitlich pro Windkraft votieren würden. In Engelsbrand war das anders. Wolfgang Reich und Markus Reiff von der Bürgerenergiegenossenschaft hatten registriert, dass kurz vor dem Bürgerentscheid die Debatte noch mal Fahrt aufgenommen hatte. Über das Votum für die Windenergie waren sie erleichtert und sprachen von der Lust, bei der Windpark-Planung mitzumischen. Die Legitimation für Windenergie in Bürgerhand sei da. Der Diskussion Schwung gegeben hatten auch Skeptiker wie Thomas Kautz. Er hatte seitenweise Argumente im Ortsblättle zusammengestellt, dass es für ihn bessere Windkraft-Standorte gebe als den zwischen Engelsbrand und Büchenbronn. Die Sache habe Vor- und Nachteile, meinte Philipp May.

Der Salmbacher stimmte schließlich dafür – auch in der Hoffnung, Gemeinde und Bürger könnten Strom irgendwann selbst vermarkten. Dass die Anlagen weitaus mehr Strom erzeugen würden, als Haushalte in Engelsbrand verbrauchen, hatte den Grunbacher Dieter Schappler überzeugt. ol/hei