Mühlacker. In einem offenen und sachlichen Austausch, so betonten es die Beteiligten, haben sich kürzlich die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Enzberger Vereine (ARGE) mit Mühlackers Oberbürgermeister Stephan Retter und der neuen Stadtteilbeauftragten Sara Cevik ausgetauscht (die PZ berichtete). In der daraufhin verschickten Mitteilung über den Austausch findet sich die Aussage, dass in Enzberg seit der Eingemeindung keine zielführende Ortskernsanierung angegangen worden sei. Das weist die Mühlacker Stadtverwaltung entschieden zurück.
Aus dem Rathaus heißt es, dass die Stadt Mühlacker im Frühjahr 1995 mit dem Gebiet „Ortskern Enzberg“ in das Landessanierungsprogramm aufgenommen worden ist. Für die Vorbereitung und Durchführung der Sanierung wurde demnach ein Förderrahmen von Höhe von 7,5 Millionen D-Mark – das entspricht heute etwa 3,83 Millionen Euro – zur Verfügung gestellt. Der Ablauf des Bewilligungszeitraums sei auf Ende 2002 festgesetzt worden. Die förmliche Festlegung des Sanierungsgebietes wurde damals vom Gemeinderat am 13. Juni 1995 beschlossen und trat am 26. August 1995 in Kraft.


Arbeitsgemeinschaft der örtliche Vereine: Enzberger machen sich für ihren Stadtteil stark
Die Ziele der Sanierung seien laut der Stadtverwaltung vielfältig gewesen. So ging es damals unter anderem um die Aufwertung des Ortskerns als Wohngebiet, um eine Modernisierung und Instandsetzung von privaten Gebäuden, die Erhaltung des Ortsbildes und die Verbesserung des Wohnumfeldes. Weiterhin angestrebt wurde damals eine Umgestaltung und Verkehrsberuhigung der Ortsmitte, die Verbesserung der Parksituation sowie die Stärkung von Einzelhandel und Dienstleistungen.
Konkret umgesetzt in diesem Zeitraum wurden laut der Stadtverwaltung die Modernisierung und Instandsetzung des Enzberger Rathauses, der Kelter sowie des städtischen Kindergartens in der Pfarrgasse 10. Zudem sei der Rathausvorplatz umgestaltet und mehr als zehn Straßen im Enzberger Stadtgebiet saniert worden.


Enzberger Arztpraxis von Dr. Böhme schließt: Teil der Patienten kann im Nachbarort unterkommen
Die städtebauliche Erneuerung, so schreibt es die Stadtverwaltung Mühlacker auf ihrer Homepage, sei eine strukturelle Daueraufgabe. Zuletzt hat es im Bereich der Senderstadt mehrere Sanierungsgebiete gegeben. Dabei handelte es sich um die Enz- beziehungsweise Waldenserstraße in Dürrmenz sowie die Ortskerne in Mühlhausen, Lomersheim und Lienzingen. Darüber hinaus können durch die Stadtverwaltung auch private Maßnahmen gefördert werden. In der jüngeren Vergangenheit bestand eine Einigkeit der Fraktionen im Gemeinderat darin, dass das kommende städtische Sanierungsgebiet in Enzberg liegen soll.

