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Bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Der Patient muss (wie auf diesem Symbolbild) möglichst schnell ins Krankenhaus gebracht werden. Foto: Kusch
Bei einem Herzinfarkt zählt jede Sekunde. Der Patient muss (wie auf diesem Symbolbild) möglichst schnell ins Krankenhaus gebracht werden. Foto: Kusch
23.11.2016

Erste Hilfe nach Herzinfarkt: Paar sucht nach den Lebensrettern

Illingen/Vaihingen-Ensingen. Es war am 18. September, ungefähr um 12 Uhr, als die Welt von Ute Knötzele nicht mehr war wie zuvor. In diesem Moment klingelte das Handy der Königsbach-Steinerin, am anderen Ende der Leitung: die Polizei. Ihr Mann Michael wurde ins Krankenhaus Mühlacker eingeliefert, erfuhr sie – Herzinfarkt. Ute Knötzele stand da mit ihren Freunden vom Lauftreff der TG Stein gerade im Wald zwischen Illingen und Ensingen. Dort also, wo vor zwei Stunden auch ihr Mann noch gewesen war. „Er fühlte sich nicht so gut, daher ist er so um 10 Uhr umgekehrt“, erinnert sie sich an jenen Sonntagvormittag.

Doch während er den Waldparkplatz suchte, passierte das, was das Ehepaar später in den Unterlagen des Krankenhauses nachlesen konnte: „Er hat zwei Radfahrer gefragt, wo der Waldparkplatz ist – und ist dann einfach umgekippt“, so Ute Knötzele. Ein Herzinfarkt!

Schon sechs Minuten später sei der Notarzt vor Ort gewesen. Sechs Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können. Jeder dritte Herzinfarkt-Patient stirbt, ehe er das Krankenhaus erreicht hat. Denn beim Infarkt droht der Herzstillstand – und somit der Tod oder schwere Schäden des Gehirns, weil in diesem kein Sauerstoff mehr ankommt. Daher war entscheidend, dass die Mountainbiker schnell handelten: „Die Radfahrer haben sofort mit der Herzdruckmassage begonnen, so dass das Gehirn die ganze Zeit mit Sauerstoff versorgt war“, sagt Knötzele, die sich sicher ist: „Wären die beiden Männer nicht gewesen, wäre mein Mann heute tot.“ Dafür will Ute Knötzele den Lebensrettern jetzt danken. Doch: „Außer, dass es zwei Männer waren, weiß ich nichts über sie.“ Weder die Polizei noch das Krankenhaus hätten deren Kontaktdaten.

Die Lebensretter werden gebeten, sich bei der Familie Knötzele unter info@knoetzele-gmbh.de zu melden.

Wie funktioniert Erste Hilfe? Fünf Fragen, fünf Antworten und eine Kurzanleitung zum Ausdrucken und Einstecken gibt es unter pzlink.de/hilfe.

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