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Bei der ersten Integrationskonferenz im Landratsamt haben Dezernentin Hilde Neidhardt (Mitte), Carmen Reck (links) und Isabel Hansen rund 100 ehrenamtlichen Helfern die Ziele des Enzkreises vorgestellt.  Foto: Moritz 

Erste Integrationskonferenz: Enzkreis kurbelt die Eingliederung von Flüchtlingen an

Enzkreis. Der Flüchtlingsansturm hat den Enzkreis vor vier Jahren aufgewühlt. 2015 auf dem Höhepunkt des Andrangs musste der Kreis ganz schnell Räume für rund 2200 Asylsuchende schaffen. Mit fünf Flüchtlingskonferenzen im Landratsamt mobilisierte die Sozialdezernentin Katja Kreeb bis 2018 die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer aus den Gemeinden, um die vielfältigen Probleme in den Griff zu bekommen.

Jetzt haben sich die Aufgaben verändert. Dieses Jahr musste der Enzkreis nur noch 85 Schutzsuchende vorläufig unterbringen. Da seit 2015 jedoch rund 3000 Flüchtlinge in den Kommunen leben, hat sich der Enzkreis der Eingliederung der Asylsuchenden verschrieben. Und wieder spielen engagierte Bürger dabei eine große Rolle. Rund 100 Vertreter der Gruppen diskutierten nun im Landratsamt bei der ersten Integrationskonferenz, dem Nachfolgemodell der früheren Treffen, über die Herausforderungen in den nächsten zehn Jahren. „Wir sind für Vielfalt, wir wollen gemeinsam gut leben. Integration gelingt aber nur vor Ort im Schulterschluss mit den Gemeinden“, sagte die fürs Migrationsamt zuständige Dezernentin Hilde Neidhardt. Carmen Reck und Isabel Hansen, die Integrationsbeauftragten des Enzkreises, stellten den Gruppen Eckpunkte des Konzepts bis 2030 vor, für das der Kreistag grünes Licht gegeben hatte (die PZ berichtete). Die ins Auge gefassten zusammenführenden Vorhaben sollen gleichermaßen Ortsverwaltungen und ehrenamtlich arbeitende Initiativen einbinden. „Wir wollen Lücken aufdecken und den Bedarf für eine gute Integration ermitteln“, sagte Reck.

„Es geht darum, Flüchtlinge für Arbeitsplätze zu befähigen. Das ist nicht einfach. Sie müssen Deutsch lernen, aber sie brauchen Unterstützung, wenn sie komplizierte Formulare ausfüllen müssen“, beschrieb ein Helfer eines der größten Probleme. Gut zu wissen: Das Land finanziere die Integrationsmanager in den Gemeinden auch noch ein drittes Jahr, so Neidhardt. Was danach kommt, ist allerdings noch nicht geklärt.

Ein Lichtblick: Die Zahl der Einbürgerungen im Kreis steigt – seit 2015 haben laut Neidhardt jährlich rund 185 Ausländer die Urkunde für die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Im Enzkreis, Heimat für knapp 200.000 Einwohner, haben zurzeit 30.000 Personen ausländische Wurzeln – das sind 15 Prozent.

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