In Pforzheim wird der Vollmond am Freitag um 21.03 Uhr aufgehen – die Finsternis wird dann schon begonnen haben.

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Es ist soweit - Blutrote Mondfinsternis auch in der Region sichtbar
  • Ira Schaible/ Maximo Gonzalez

Heppenheim/Enzkreis/Pforzheim. Astronomischer Sommernachtstraum: Gleich zwei besondere Konstellationen erhellen den Nachthimmel am 27. Juli in Deutschland – und das an einer lauen Freitagnacht mitten im Hochsommer. Der Mond taucht in den Erdschatten ein, es ist die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts.

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In Pforzheim und im Enzkreis wird der blutiger Vollmond am Freitag um 21.03 Uhr aufgehen – die Finsternis wird dann schon begonnen haben. „Er ist gleich merklich röter und dunkler“, kündigt Astronomin Carolin Liefke an. „Der Mars folgt eine Stunde später, steht aber nicht so hoch wie der Mond und leuchtet sehr hell mit rötlichem Licht. Zum Höhepunkt der Mondfinsternis gegen 22.22 Uhr stehen sowohl der Mond als auch der Mars noch tief über dem Horizont. Am Ende der Finsternis um 23.14 Uhr stehen die beiden Himmelskörper den Astronomen zufolge deutlich höher. Das Schauspiel sei bis nach Mitternacht zu verfolgen.

Das geht auch in der Region richtig gut: Der Astronomischen Arbeitskreises Pforzheim (AAP) wird seine Sternwarte in Bieselsberg bei gutem Wetter am Freitagabend ab 21 Uhr für Jedermann öffnen.

Der Mars ist der Erde gleichzeitig so nah wie selten. Das Schauspiel fange mit Beginn der Dunkelheit am späten Abend an, heißt es bei der Vereinigung der Sternfreunde im südhessischen Heppenheim. „Die Mondfinsternis endet kurz nach Mitternacht, Mars hingegen ist die ganze Nacht lang zu sehen.“ Zahlreiche Sternwarten, Planetarien, astronomische Vereine und Forschungsinstitute laden zum Beobachten des Spektakels ein.

Nur wenn sich die Mondbahn mit der Erdbahn bei Vollmond kreuzt, verfinstert sich der Mond, erklären die Astronomen. Die totale Mondfinsternis ist diesmal besonders lang: Der Mond taucht für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Übertroffen wird diese Mondfinsternis-Dauer erst am 9. Juni 2123 – um zwei Minuten.

Der als Roter Planet bekannte Mars ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Anders als diese braucht er auf seiner Bahn nicht ein, sondern fast zwei Jahre, um die Sonne zu umrunden. Am 27. Juli ist der Mars nur etwa 58 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – der Minimalabstand, wie Astronomin Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg sagt.

Nicht nur der Mond und der Mars sind am Himmel gut zu sehen, auch Jupiter und Saturn, wie Liefke sagt. Gleich wenn es dunkel wird, leuchteten sie hell am Abendhimmel. „Aber der Mars ist der Star.“

Für alle die auch im August bei klarem Himmel Sterne und Planeten beobachten wollen, gibt es hier die Sternenhimmel-Karte für den August: