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Gut belegt waren die kargen Gewahrsamzellen, in denen gleich sechs verwandte oder zumindest eng bekannte Rumänen nach einer Art Familienstreit mit Fäusten und Messern die Nacht auf Freitag verbringen mussten. 

Familienstreit mit Messern und vielen Verletzten: Sechs Männer in Gewahrsam

Oberderdingen. Ein Streit mit wohl familiärem Hintergrund eskalierte in der Nacht auf Freitag in einem Wohnhaus in Oberderdingen-Flehingen derart, dass am Ende Messer eingesetzt und mehrere Personen verletzt wurden. Es war schon nicht ganz leicht für die Polizei, alle möglichen Täter und Opfer sofort zu erfassen und festzunehmen, doch jetzt muss Licht ins Dunkel um den schmerzhaft geführten Streit gebracht werden und das beginnt mit der mühevollen Aufnahme und Überprüfung der Aussagen der Rumänen, für die Dolmetscher benötigt werden.

Nachbarn verständigten am Donnerstag kurz nach 23 Uhr die Polizei, nachdem sie aus dem Haus einen Streit mitbekamen. In diesen waren nach den ersten Feststellungen der Polizeibeamten gleich mehrere Personen verwickelt, die zueinander in einem Verwandtschafts- oder Bekanntschaftsverhältnis stehen und sich zumindest teilweise in einem sozial auffälligen Milieu bewegen. Aufgrund von Sprachproblemen der aus Rumänien stammenden Beteiligten konnten zunächst Ursache und Ablauf der Auseinandersetzungen nicht vollständig geklärt werden. Bei den anschließenden Vernehmungen seien jedoch einige der Befragten durchaus zu Auskünften bereit gewesen, so ein Polizeisprecher.

Bei den beiden in Streit geratenen Parteien müssen mehrere Messer zum Einsatz gekommen sein. So wurden bei vier Personen Schnittverletzungen an Händen, Oberkörper oder Hals festgestellt, die jedoch allesamt nicht lebensgefährlich waren. Mindestens drei weitere Personen wurden auf andere Weise, wahrscheinlich durch Schläge, leicht verletzt. Vier Beteiligte mussten vorübergehend in Krankenhäusern behandelt werden. Drei Beschuldigte wurden bei einer Fahndung in Oberderdingen vorübergehend festgenommen. Die Polizei hatte in einer Gefährderansprache den Beteiligten klar gemacht, dass der Streit jetzt ruhen und Racheaktionen ausbleiben müssten, da sonst die Staatsgewalt durchgreifen würde.

Das Haus wurde zur Untersuchung durch die Kriminaltechnik beschlagnahmt. Die dort lebenden Rumänen mussten die Nacht anderswo verbringen. Offenbar hat die Polizei nichts Auffälliges in dem Haus gefunden. Ein mögliches Tatmesser wurde im Haus, ein weiteres bei den außer Haus aufgegriffenen Männern gefunden.

Das Kriminalkommissariat Bruchsal hat die Ermittlungen, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, aufgenommen. Derzeit werden sechs Beschuldigte im Alter von 15, 17, 21, 22, 25 und 39 Jahren sowie drei Geschädigte im Alter von 19, 20 und 25 Jahren geführt. Die sechs Beschuldigten mussten die Nacht in Gewahrsam verbringen. Alkohol war auch im Spiel, aber nicht bei allen. Gemessen wurden Werte zwischen 0,1 Promille und fast 2 Promille. Unter den Verletzten sind zwei Frauen: Einer wurde eine Schnittverletzung zugefügt, die andere hatte wohl Schläge abbekommen.