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Feuerwehrhaus in Keltern soll bei Energie autark sein

Keltern. Eine Vorentscheidung gefallen ist beim Heizungskonzept für das neue, gemeinsame Feuerwehrhaus der Einsatzabteilungen Dietlingen und Ellmendingen am Hang unterhalb der Speiterlinghalle.

Der Kelterner Gemeinderat votierte mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme für eine Luft-Wasser-Wärmepumpenanlage. In der Verwaltungsvorlage hatte Bauamtsleiter Michael Mühlen zuvor auf der Grundlage der Erhebungen der Ingenieurgesellschaft für Technische Ausrüstung mbH-IGP die Vorzüge dieser Installationsoption dargestellt. So läge die Kohlendioxid-Ökobilanz bei null. Positiv sei ferner, dass Ökostrom zur Anwendung komme. Der durch die Photovoltaikanlage erzeugte Strom könne durch die Luft-Wasser-Wärmepumpe selbst genutzt werden. Überdies hätten Luft-Wasser-Wärmepumpen in der Regel einen sehr geringen Wartungsaufwand. Ein weiterer, wichtiger Vorteil, den auch die IGP-Referenten Daniel Eberle und Michael Storz unterstrichen: „Im Havariefall ist die Technik der Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Hilfe des ohnehin vorgesehenen Notstromaggregates zu 100 Prozent weiter nutzbar.“

Es standen fünf Varianten zur Auswahl, von denen aber einige Alternativen aufgrund gesetzlich Anforderungen umgehend ausschieden oder klar wurde, dass sie von der Feuerwehr nicht favorisiert werden. Gleich zu Beginn wurde eine Alternative verworfen, die nicht zu den offiziellen Varianten zählte, aber auf Wunsch des Gemeinderats in die Vorüberlegungen einbezogen worden war: die Nutzung einer Brennstoffzelle. In Ermangelung technisch ausgereifter Modelle sei diese Technologie nicht weiter untersucht worden, klärten Eberle und Storz auf.

Hernach gab es aus dem Gremium viele Fragen zu den einzelnen Heizungsvarianten. Stefan Altinger-Schönthaler (FWG) und Gudrun Herrmann (SPD) informierten sich zum Thema Pellets. Anja Jost (Grüne) wollte wissen, ob auch andere Kombinationen denkbar seien in Form etwa von Solarthermie und Wasserspeichern? Manfred Dengler (Grüne) wollte nicht einleuchten, warum das Modell, das Feuerwehhaus über das Blockheizkraftwerk der Speiterlinghalle anzubinden, kein gangbarer Weg sei. Hierzu hatte sich die Feuerwehr skeptisch geäußert, da man in einem Havariefall auf eine Energiequelle außerhalb des Feuerwehrhauses angewiesen sei. Den Havariefall hatte auch Jochen Reister (CDU) im Blick. Wobei die IGP-Experten darauf verwiesen, dass ein solcher Fall schlimmstenfalls alle 20 Jahre auftrete und man darauf nicht das gesamte Konzept auslegen müsse. Im Übrigen gebe es die Möglichkeit, ein mobiles Notstromaggregat vorzuhalten. Dies sei ohnehin bei der Luft-Wasser-Wärmepumpenoption vorgesehen. Rolf Mertz (Grüne) ließ das Thema Blockheizkraftwerk nicht los. Das sei zu groß dimensioniert worden. Nein, konterten Bürgermeister Steffen Bochinger und Michael Trägner (FWG). Das sei zwar mal geplant gewesen, aber nicht umgesetzt worden. Nach einem Hinweis von Michael Augenstein (CDU) zur Lebensdauer der Wärmepumpe ging es in die Abstimmung. Weiterverfolgt wird die Luft-Wasser-Wärmepumpe.