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Hoch über dem Hang beim Bahnhof Neuenbürg schwebt der Hubschrauber mit den Baumstämmen am 55 Meter langen Seil. Fotos: Ketterl
Futuristisch anzusehen: der Transporthubschrauber mit den zwei Rotoren. Foto: Ketterl
17.08.2018

Fliegendes Holz: Warum Helikopter im Enztal Baumstämme abholen

Neuenbürg. Außergewöhnliche Bilder bieten sich Schaulustigen aktuell bei Neuenbürg. Mit einem Hubschrauber werden Baumstämme aus dem Wald geholt.

Da die Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) die Brötzinger Brücke ausbessert und ohnehin den S-Bahn-Verkehr nach Bad Wildbad aussetzt, nutzen die AVG, das Forstrevier Birkenfeld und der Enzkreis die Ferienzeit für Rodungen oberhalb des Neuenbürger Bahnhofs. „So muss die Bahnstrecke nicht zu einem späteren Zeitpunkt erneut gesperrt werden“, sagt Andreas Roth, stellvertretender Forstamtsleiter des Landratsamtes. Da aber dort die Hänge extrem steil sind, rückten nun Spezialisten der Schweizer Firma Rotex mit ihrem auf schwere Lasten ausgelegten Hubschrauber an. Fliegende Baumstämme über dem Enztal: Bis zu knapp drei Tonnen könne der Helikopter-Pilot auf einmal mitnehmen, sagt der Rotex-Projektleiter Renato Giezendanner. Die Maschine verkrafte mehr Gewicht, als sie selber wiegt.

Bildergalerie: Fliegende Baumstämme: Helikopter transportiert Holz ab

„Die Holzernte ist dort eine große Herausforderung, zumal das Waldgebiet an die Schienen und zwei Straßen grenzt“, sagen Andreas Roth, stellvertretender Forstamtsleiter des Enzkreises, und Maximilian Rapp als Forstchef des zuständigen Reviers Birkenfeld. Sie setzten auf das eidgenössische Unternehmen, das sich bei Einsätzen in unzugänglichen Steillagen einen Namen in ganz Europa gemacht habe. Insgesamt zehn Mitarbeiter von Rotex sorgten an zwei Tagen dafür, dass gefällte Baumstämme ruckzuck vom Hang zu einer nahegelegenen Lichtung für den weiteren Transport schwebten.

Zeit war allerdings auch Geld. 78 Euro pro Minute, knapp 5000 Euro pro Stunde, berechnet die Firma aus der Schweiz. Für den Auftrag an das Rotex-Team gebe es jedoch keine Alternative, sagten die Förster. Seilkräne oder Seilbagger schieden an diesem Steilgelände beim Bahnhof aus, so Roth. Es gebe keine Möglichkeit, ein Seil zu spannen. Und das Waldstück habe fast keine Fahrwege. „Die einzige Chance, die zahlreichen kranken Bäume wegzubringen und damit zu verhindern, dass sie eines Tages auf die Gleise oder die Bahnhofstraße stürzen, war das Bergen aus der Luft“, sagte Roth.

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