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Bis zu zehn Meter tief sind die Probebohrungen, die derzeit an der L 76b entnommen werden. Fotos: Meister
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Die bisherigen Proben erweisen sich als porös und klüftig, was sich für die spätere Hangabsicherung als Problem erweisen könnte.
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Das Rammsondierungsgerät gibt Aufschluss über den Widerstand der Festigkeit der Steine und Erden.

Gefährliche Strecke: Straße von Reichental in Richtung Kaltenbronn stellt akutes Risiko dar

Kaltenbronn. Idyllisch und serpentinenartig schlängelt sich die Straße von Reichental in Richtung Kaltenbronn. Doch die Straße ist längst in die Jahre gekommen und stellt ein akutes Sicherheitsrisiko dar. Bereits seit dem 6. Mai ist die L 76b zwischen Reichental und dem Kaltenbronn von Montag bis Donnerstag gesperrt.

Für manche Fahrer ein Ärgernis, denn die Umleitung in Fahrtrichtung Rastatt über Loffenau, Dobel, Enztal bis nach Sprollenhaus und in Fahrtrichtung Freudenstadt über Huzenbach nimmt weite Fahrzeiten in Anspruch. Doch die Vollsperrung ist nötig und dient zur Sicherung der Verkehrssicherheit. „Die Bohrungen sind notwendig, um die Planungen voranzutreiben“, so Burkhard Cron vom Regierungspräsidium Karlsruhe. Bis zum voraussichtlich 23. Mai sollen auf einem 4,9 Kilometer langen Abschnitt 22 Probebohrungen bis zu einer Tiefe von zehn Metern entnommen werden.

Hang mehrfach abgerutscht

Die Bohrungen dienen zur Baugrunderkundung im Bereich der Stützmauern sowie der Hangrutschung am Ortsausgang Reichental und zur Vorbereitung der Sanierung des Abschnitts. Cron verweist darauf, dass es am Ortsausgang Reichental aufgrund von Starkregen bereits mehrfach zu Hangabrutschungen kam. Entlang des gesamten Abschnittes grenzen 16 Stützmauern die Straße ab. Dabei besteht vor allem für Rad- und Motorradfahrer ein enormes Risiko. Die Steinmauern fügen sich zwar in die Landschaft ein, doch bei erhöhtem Tempo könnten sie eine lebensgefährliche Bedeutung bekommen. Ebenso gilt es bei den Planungen die starke Frequentierung der Straße von Sattelschleppern zu berücksichtigen. Während an der Talseite Bohrungen vorgenommen werden, gibt eine Rammsondierung an der Bergseite Aufschluss über den Widerstand der Festigkeit der Steine und Erden. Laut Cron haben die bisherigen Bohrungen einen äußerst porösen und klüftigen Untergrund ergeben. „Für die Straßensanierung stellt dies kein Problem dar. Allerdings werden die Planungen für die Hangabsicherung komplexer“, erläutere Cron. Dabei zeigt er sich wenig überrascht, dass die Bohrungen trotz den kurzen Abständen oftmals unterschiedliche Ergebnisse brachten. „Dies ist bei Hanglagen normal“, so Cron.

Die Sanierung der Straße soll im Frühjahr 2020 beginnen. Aufgrund der Länge wird die Sanierungsmaßnahme in zwei Abschnitte geteilt.