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Einander treffen, miteinander Spaß haben: Darum geht es beim Pflegefamilienfest für Pforzheim und den Enzkreis auf dem Biolandhof Reiser.  Foto: Gegenheimer 

Gelungener Ideenaustausch auf dem Biohof in Feldrennach

Straubenhardt-Feldrennach. 70 Familien begrüßten die Organisatorinnen aus den beiden Jugendämtern, Eva Walsleben (Stadt Pforzheim) und Susanne Wendlberger (Landratsamt Enzkreis), zum Fest für Pflegefamilien aus dem Enzkreis sowie Pflege- und Adoptivfamilien aus Pforzheim am Samstag auf dem Biolandhof Reiser in Feldrennach.

Motivierte Helferinnen aus ihren Teams und ein durchdachtes Hygienekonzept machten es möglich. Der Hof wurde für die rund 150 Kinder und Jugendlichen bei idealem Wetter zum echten Erlebnisbauernhof. Neben einem Stationen-Spielparcours, Ziegentrekking, Ponyreiten, Hofführung und Traktorfahrt gab es viel Gelegenheit, die Natur zu erleben. Dazu war beim und nach dem Mittagessen reichlich Gelegenheit zum Austausch. „Die Möglichkeit, Vernetzung der Familien untereinander zu schaffen und unsere Wertschätzung für ihre nicht immer einfache Arbeit zu zeigen, ist uns ein Anliegen“, beschrieb Wendlberger.

Rund 250 Familien gebe es in Stadt und Landkreis, die Kinder zur Pflege aufnähmen. Ihre Kollegin Walsleben ist froh, dass Eltern aus dem Landkreis auch einmal Kinder aus der Stadt aufnehmen: „Wir kooperieren zum Glück eng. Schließlich müssen Kinder und Pflegeeltern auch zueinander passen.“ So wie bei Familie H. aus Engelsbrand, bei der seit mittlerweile zehn Jahren neben den vier gemeinsamen, leiblichen Kindern eine Pflegetochter aufwächst. Mit zwei Jahren in die Familie gekommen, hatte diese verschiedene Defizite aufzuholen und Ängste zu verarbeiten. Mit der Pflege-Situation gehen alle Familienmitglieder offen um, Kontakt zum leiblichen Vater besteht. Fixpunkt aber ist die Pflegefamilie. Hier hat das Mädchen ihr Leben, ihre Freunde. Die ein Jahr ältere Familientochter ist ganz einfach „ihre Schwester“ – und eine enge Freundin. „So ein Kind bringt immer sein Päckchen mit“, beschreibt die Pflegemutter. „Ich war und bin froh um den Austausch mit anderen Eltern. Der stärkt einen bei Zweifeln. Schade, dass durch Corona unser monatliches Pflegemütter-Frühstück weggefallen ist.“

Große Bandbreite

Wie weit die Bandbreite von Pflege geht, zeigt im Vergleich der Einsatz des Ehepaars S. aus Straubenhardt, die zu ihren leiblichen Kindern seit zehn Jahren Kinder in Bereitschaftspflege aufnehmen. Das bedeutet, quasi über Nacht Kindern ein Zuhause auf Zeit zu geben. „Bisher hatten wir 24 Kinder, oft zwei gleichzeitig“, erzählt die Mutter, „längstens eineinhalb Jahre, manchmal nur wenige Wochen.“ Bis ein dauerhafter Platz gefunden ist. Übrigens waren auch Anwärterinnen für die Aufnahme von Pflegekindern auf dem Fest – gut für Walsleben und Wendlberger, die Bedarf an aufnehmenden Familien haben.

Infos für Interessierte telefonisch bei Eva Walsleben (Stadt Pforzheim) unter (0 72 31) 39 25 78 oder Susanne Wendlberger (Enzkreis) unter (0 72 31) 3 08 95 71.