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Wegen des zu erwartenden Besucheransturms ist die Neuenbürger Gemeinderatssitzung vorsichtshalber in einen Raum des Gymnasiums verlegt worden. Fotos: Hepfer
Wegen des zu erwartenden Besucheransturms ist die Neuenbürger Gemeinderatssitzung vorsichtshalber in einen Raum des Gymnasiums verlegt worden. Fotos: Hepfer
Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände, begrenzt durch Bahngleise (links) und die Enz (rechts) plant das Landratsamt eine neue Flüchtlingsunterkunft für 120 Asylbewerber. Dagegen wehren sich viele Anwohner in der Neuenbürger Kernstadt.
Auf dem ehemaligen BayWa-Gelände, begrenzt durch Bahngleise (links) und die Enz (rechts) plant das Landratsamt eine neue Flüchtlingsunterkunft für 120 Asylbewerber. Dagegen wehren sich viele Anwohner in der Neuenbürger Kernstadt.
Martin Held (von rechts) übergibt seine Unterschriftenliste an Horst Martin und Vize-Landrat Wolfgang Herz (links).
Martin Held (von rechts) übergibt seine Unterschriftenliste an Horst Martin und Vize-Landrat Wolfgang Herz (links).
27.01.2016

Gemeinderat Neuenbürg lehnt geplante Flüchtlingsunterkunft des Kreises ab

Das Thema „Unterbringung von Flüchtlingen“ spitzt sich in Neuenbürg immer weiter zu. Rund 200 Bürgerinnen und Bürger wollten auf der jüngsten Gemeinderatssitzung, die eigens ins Gymnasium verlegt wurde, besonders von Vize-Landrat Wolfgang Herz wissen, ob das geplante neue Projekt auf dem ehemaligen BayWa-Gelände im Rittergarten neben dem Neuenbürger Südbahnhof überhaupt zur Unterbringung von 120 Asylbewerbern geeignet ist.

Nach einer zweistündigen Frage- und Diskussionsrunde entschieden sich die Stadträte mehrheitlich gegen das Vorhaben des Landratsamtes. Acht Ratsmitglieder votierten für die Ablehnung, vier dagegen und sieben enthielten sich der Stimme. Gebunden ist der Kreis an dieses Votum allerdings nicht. "Wir werden uns hier bald noch einmal wieder sehen", versicherte Wolfgang Herz den Anwesenden. Klar für einen neuen Asylstandort in Neuenbürg sprachen sich lediglich die Grünen-Stadträte Peter Kreisz, Christine Danigel und Kerstin Bohn aus. Bisher standen drei Unterbringungsvarianten im Raum: das ehemalige Gebäude der Firma Hega auf der Wilhelmshöhe, das Fußball-Gelände des FV Neuenbürg im Breiten Tal und nun das Areal im Rittergarten. „Möglicherweise brauchen wir alle drei Standorte“, gab Kreisz zu bedenken und mahnte: „Wir können den Kreis nicht im Stich lassen.“

Dem gegenüber wiesen Bürgermeister Horst Martin und andere Ratsmitglieder auf die äußerst knappen Ressourcen der Kommune hin. SPD-Stadträtin Ulla Ohaus hielt fest, dass in der Kernstadt bereits rund 100 Flüchtlinge untergebracht seien, was 2,20 Prozent, gemessen an der dortigen Einwohnerzahl (4700), ausmache. Gerade im Hinblick auf Schul- oder Kindergartenplätze habe man das Limit erreicht. „Weitere 120 Asylbewerber sind kaum zu verkraften. Es kann nicht im Interesse aller Beteiligten liegen, unsere Infrastruktur unvorbereitet überzubeanspruchen.“ Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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