Wimsheim. In Wimsheim seien laut einer Mitteilung von Bürgermeister Mario Weisbrich derzeit 81 Personen in gemeindeeigenen und angemieteten Räumlichkeiten untergebracht. Nun geht der Platz aus. Auch wenn der Gemeinderat bereits entschieden hat, am Pfadweg weiteren Wohnraum zu errichten, müssen weitere Lösungen gefunden werden.
In der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 19. März, soll aus diesem Grund darüber entschieden werden, ob das Landratsamt Enzkreis im Mühlweg eine vorübergehende Einrichtung zur Unterbringung von Menschen in vorläufiger Unterbringung (VU) und Anschlussunterbringung (AU) bauen kann. Vorgesehen sei eine Dauer von 24 Monaten, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde Wimsheim.
Geplant sei ein zweigeschossiges Containergebäude zwischen dem Parkplatz Hagenschießhalle und der Bebauung Mühlweg. Der Bau sowie der Betrieb sollen vollständig vom Enzkreis übernommen werden. Ebenfalls würde sich der Enzkreis um die personelle Betreuung kümmern, also um Sozialdienst, Hausmeister und Sicherheitsdienst. Fertig sein soll die Unterkunft schon im zweiten Halbjahr 2024.
Dann würde der Containerbau Platz für weitere 73 Personen schaffen, 16 Personen in AU und 57 Personen in VU. Die Gemeinde Wimsheim mietet die 16 Plätze für die AU dann an, denn dafür sind die Gemeinden zuständig. Der Platz sei nötig, denn:
"Die Zugangszahlen gehen nicht zurück, und die neuerlichen Krisen im Nahen Osten und die Fortführung des Kriegs in der Ukraine lassen auch wenig Hoffnung für einen Rückgang",
- heißt es in dem Schreiben des Bürgermeisters.
"Von Seiten des Enzkreises haben wir die voraussichtlichen Zugangszahlen für das Jahr 2024 erhalten. Nach aktueller Schätzung müssen wir im Jahr 2024 circa 18 bis 21 weitere Personen unterbringen, für das Jahr 2025 rechnen wir mit einem Zugang in mindestens gleicher Höhe."
Außerdem seien manche der Mietverträge mit befristet, sodass noch einige Personen in andere Räumlichkeiten unterbracht werden müssen. Zusätzlich seien in diesen Zahlen der Familiennachzug und neuer Familienzuwachs nicht berücksichtigt.
Weiter steht im Schreiben des Bürgermeisters, dass für den Containerbau auch das Thema Kosten sprechen würde. Die Miete von 16 AU-Plätzen sei deutlich günstiger als die Kosten für den Kauf oder die Miete und Herrichtung weiterer Immobilien oder Wohncontainer durch die Gemeinde Wimsheim. Ein Nachteil sei, dass alle Personen, die die Gemeinde bis Ende 2025 aufnehmen muss, direkt mit Inbetriebnahme in die Unterkunft ziehen würden, statt in kleinen Gruppen anzukommen.
Der Gemeinderat und die Verwaltung sehen keine andere Möglichkeit, die Unterkunftsverpflichtung zeitnah umzusetzen. Alternativer Wohnraum stehe nicht zur Verfügung.
"Der letzte Ausweg, die Nutzung der Hagenschießhalle für die Unterbringung, ist Ansicht nach ausgeschlossen. Diese muss der örtlichen Bevölkerung, den Vereinen und Institutionen weiterhin zur Verfügung stehen",
- so der Bürgermeister.
Alle Bürgerinnen und Bürger sind zu der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 19. März eingeladen. Die Frage nach der Containeranlage am Mühlweg wird der einzige Tagesordnungspunkt der Sitzung sein.

