Der ganze Körper schmerzt, doch die Ärzte finden trotz zahlreicher Untersuchungen über lange Zeit keine Erklärung dafür. So geht es schätzungsweise drei Prozent der Bevölkerung.
So viele Menschen leiden laut dem Mannheimer Arzt Thomas Weiss unter der Krankheit Fibromyalgie, auf deutsch Faser-Muskel-Schmerz. Eine von ihnen ist Barbara Zgaga aus Birkenfeld. Sie erhielt vor 14 Jahren die erlösende Diagnose „Fibromyalgie“, nach Jahren der Ungewissheit.
„Da ist alles wie ein Mühlenstein von meinen Schultern abgefallen“, erzählt Zgaga. Endlich konnte sie ihrer Krankheit einen Namen geben.
Heute will sie anderen Betroffenen helfen. Seit 2014 gibt es in Pforzheim eine Selbsthilfegruppe für Fibromyalgie-Patienten, vor gut einem Jahr gründete Zgaga eine weitere Gruppe in ihrem Wohnort Birkenfeld. Nun wechseln die Gruppen ihren Dachverband, hin zur Deutschen Fibromyalgie Vereinigung (DFV). Am kommenden Montag, 13. März, findet hierzu um 17 Uhr im Wohnstift und Pflegeheim in der Dietlinger Straße in Birkenfeld ein Treffen im Festsaal statt. Gudrun Klempau, die Gruppenbeauftragte der DFV, wird einen Vortrag halten. Willkommen ist jeder, Zgaga und ihre Pforzheimer Kollegin Verena Burghard wollen neue Menschen erreichen. „Die Selbsthilfegruppe soll Betroffene aus der Isolation holen“ erklärt Zgaga, denn das Verständnis für die noch unbekannte Krankheit fehle vielerorts. Das musste auch Zgaga erleben.
Folgen einer Extremsituation
„Eigentlich hat alles schon in meiner Kindheit angefangen“, erinnert sich die heute 55-Jährige. „Sport war für mich der Horror, ich war einfach nicht leistungsfähig.“ Bereits nach kurzer Zeit: schmerzende Muskeln im ganzen Körper. Zgaga dachte sich damals nichts dabei, vermutete Wachstumsstörungen. Als sie älter wurde, kamen starke Rückenschmerzen dazu. Zudem fühlte sich Zgaga müde und erschöpft. Dass das alles zusammenhänge könnte, vermutete sie damals nicht. Wenn die Birkenfelderin heute auf die vergangenen Jahre blickt, ist vieles klarer. „Die meisten Fibromyalgie-Patienten können im Nachhinein eine Lebenssituation oder ein Ereignis als Auslöser festmachen“, erklärt Zgaga. In ihrem Fall sei es die Scheidung von ihrem Mann Mitte der 80er-Jahre gewesen. Fortan alleinerziehend, aber immer mit dem Drang, alles perfekt zu machen, zu funktionieren – typisch für Fibromyalgie-Betroffene.
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Informationen zu den nächsten Gruppentreffen in Pforzheim und Birkenfeld bei Barbara Zgaga unter Telefon (0 72 31) 155 23 44.

