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Weinprobe vor der Maulbronner Klosterkulisse: Sommelier Maximilian Schmalzried (vorne links) stößt mit Sara Asperger von der Weingartmeisterei an. 
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Winzer Maximilian Schmalzried (rechts hinten) eröffnet die Weinprobe in der Weingartmeisterei mit einer Riesling-Spätlese des familieneigenen Öko-Betriebs.  Fotos: Hepfer 
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Klein aber fein ist das Sortiment edler Tropfen, die angeboten werden. 

Geschichte atmen und schmecken - Weingartmeisterei im Maulbronner Klosterhof feiert Eröffnung

Maulbronn. Am Samstag wurde die Weingartmeisterei im ehemaligen Wagnerhaus der Klosteranlage mit einer besonderen Weinprobe offiziell eröffnet. Verkostet wurde in der dortigen Vinothek eine feine Auswahl edler Tropfen, die das erste württembergische Öko-Weingut Schmalzried aus Korb im Remstal auf den Markt bringt.

Wer durch die Maulbronner Klosteranlage mit ihren vielen kleinen und größeren Fachwerkhäusern schlendert, der atmet Geschichte. Und zu dieser zählt in der Klosterstadt auch unweigerlich der Wein mit seiner Jahrtausende alten Historie. „Das gilt aber auch für das Brot“, sagt Willy Asperger, der zusammen mit seinem Sohn Georg und seiner Tochter Sara mit der „Weingartmeisterei“ ein neues Konzept entwickelt hat, um – wie er sagt – „das bisherige kulinarische Angebot für die Klosterbesucher abzurunden“.

Wein und „Klostervesper“

„Wir legen ein Augenmerk auf die Wein- und Brotkultur, die es im Maulbronner Kloster seit jeher gegeben hat“, betont Willy Asperger, dessen Familie schon seit 1929 im Klosterhof ansässig ist und dort einst eine Küferei und Weinhandlung betrieben hat. Nun soll mit der Weingartmeisterei ein neues Kapitel aufgeschlagen werden. „Wir arbeiten mit Winzern und Weingütern der Regionen Stromberg, Kraichgau und Heuchelberg zusammen, die etwas Besonderes zu bieten haben“, sagt Willy Asperger. Dazu wird unter dem Motto „Brot und Wein“ auch ein „Klostervesper“ von den Maultaschen bis zum selbstgemachten „Hummus“ angeboten, das durch verschiedene althergebrachte Brotsorten der Mühlacker Bäckerei Heidinger abgerundet wird. Im Jahr 2017 wurde das Konzept entwickelt, bis dann die rund einjährige denkmalgerechte und nicht ganz unkomplizierte Sanierung des ehemaligen Wagnerhauses im Klosterhof folgte. „Wir sind mit Begeisterung dabei und haben viel Herzblut hineingesteckt“, versichert Willy Asperger, stellvertretend für die gesamte Familie, die mit der Weinprobe zur Eröffnung ein erstes Aufrufezeichen gesetzt hat. Im gemütlichen Ambiente, bei Brot, Käse, Wurst, Schinken und Oliven lag das nicht zuletzt an der exquisiten Weinauswahl, die Sommelier und Winzer Maximilian Schmalzried aus dem Remstal mitgebracht hat. Zu Beginn der Verkostung kredenzte er eine Riesling-Spätlese von alten Reben aus dem Jahr 2017 mit Fruchtnoten wie Ananas, gefolgt von einer „MüRie“-Weißweincuvée Kabinett aus Müller-Thurgau und Riesling mit reichlich Restsüße, passend zum Sommer.

Weiter ging es mit einem 2018er Sangiovese-Rosé, Hanweiler Maien Kabinett, der sich durch Duftnoten von Brombeeren, Stachel- und Erdbeeren auszeichnete. Wesentlich kräftiger im Geschmack wurde es dann schließlich mit den 2013er Rotwein-Spätlesen „BigBen“ und Samtrot Korber Steingrüble, die mit ihren Aromen an Rumtopf, Waldbeeren, Tabak oder Leder erinnerten. Zum Abschluss der Verkostung wurde schließlich noch ein edelsüßer Wein, eine Riesling-Beerenauslese aus dem Jahr 2013 serviert, die mit Honig- und Zitrusfruchtaromen die Geschmacksnerven umschmeichelte. „In der Weinsprache nennt man das Hochzeit im Mund“, bilanzierte der Pforzheimer Joachim Volz, Mitglied in der Weinbruderschaft Baden-Württemberg, im Namen aller Teilnehmer. Sehr zur Freude von Sara Asperger, welche die Weingartmeisterei leitet. „Wir stehen erst am Anfang, alles muss noch wachsen“, sagt sie, ist aber vom Potenzial der neuen Geschäftsidee überzeugt. Man habe hier im Klosterhof eine schöne und ruhige Nische für Besucher belegt, betont Sara Asperger, die genau weiß, dass ein guter Tropfen Wein die historische Kulisse des Klosterhofs gleich noch ein bisschen erlebbarer macht.