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Staus an der großen Kreuzung in Schömberg: Die Verkehrsströme sollen dort entzerrt werden. Zur Hauptstraße runter dürfen nur noch Autofahrer, die ein Anliegen haben, aber nicht Anlüger. Foto: Meyer
Staus an der großen Kreuzung in Schömberg: Die Verkehrsströme sollen dort entzerrt werden. Zur Hauptstraße runter dürfen nur noch Autofahrer, die ein Anliegen haben, aber nicht Anlüger. Foto: Meyer
15.09.2017

Gesperrte B294: Neues Rezept gegen das Umleitungschaos

Enzkreis/Schömberg/Höfen. Berufspendler aus dem oberen Enztal Richtung Pforzheim sind richtig sauer. Morgens braucht zum Beispiel eine Frau aus Calmbach fast zwei Stunden, bis sie ihren Arbeitsplatz in Pforzheim erreicht. Autofahrer, die seit Montag die voll gesperrte B294 in Höfen weiträumig umgehen müssen, verzweifeln spätestens in Schömberg, wie die PZ berichtete. Dort in der Ortsmitte bricht der Verkehr zusammen. Das konnte nicht länger gut gehen.

Die Gemeinde Schömberg hat nun bei den Verkehrsbehörden erreicht, dass die Umleitungsroute geändert wurde. Ob sich die Autofahrer an die neuen Strecken halten und die chaotischen Verhältnisse rund um die zentrale Schömberger Kreuzung gestoppt werden können, muss sich allerdings erst noch zeigen.

Was wird nun geändert?

Für Lea Miene, die Hauptamtsleiterin im Schömberger Rathaus, war rasch klar, dass es so nicht weitergehen kann. Auf Antrag der Gemeinde werden die Verkehrsströme jetzt entzerrt. Nun müssen Fahrer aus Richtung Oberreichenbach-Igelsloch auf der Umleitung den Bogen über den Schömberger Ortsteil Oberlengenhardt nehmen, es sei denn, sie wären Anlieger, bestätigte Bürgermeister Matthias Leyn auf Anfrage. Bisher sollten dort nur die Lkw-Fahrer von der Ausweichroute abbiegen – über diese Strecke kommt man wieder auf die Schömberger Hauptstraße. „In der Gegenrichtung dürfen die Pkw-Fahrer dagegen weiter die Schwarzwaldstraße benutzen“, so Rathauschef Leyn.

Halten sich Autofahrer an die neue Vorschrift?

An der Abzweigung vor Schömberg lässt ein Schild die Durchfahrt auf dem kürzeren Weg nur Fahrern offen, die ein sogenanntes Anliegen haben. Viele werden allerdings zu Anlügern. „Die meisten Autofahrer missachten das Schild, sie fahren wie bisher geradeaus nach Schömberg hinunter, sie scheuen ganz offensichtlich den Umweg“, hat ein PZ-Leser beobachtet. Das bestätigt auch ein Mitarbeiter des Schuhgeschäfts „blaich“, das direkt an der Kreuzung liegt. Die Verkehrsverhältnisse seien schlimm: „So extrem was es noch nie.“ Kunden hätten im Gespräch eine Ampel gefordert.

Was macht die Gemeinde, wenn das Konzept fehlschlägt?

„Wir hoffen, dass sich die Situation insbesondere in der Schwarzwaldstraße entspannt“, sagt Bürgermeister Leyn. Was aber tun, wenn sich nichts ändert? „Wir warten jetzt ab, notfalls werden wir das Landratsamt Calw darauf hinweisen und erneut um Überprüfungen bitten“, so Leyn.

Was ist mit der Baustelle auf der Umleitungsstrecke?

Der Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung bessert bei Schömberg Leitungen aus. Das Regierungspräsidium sei kurzfristig informiert worden, dass diese Arbeiten – ausgerechnet im gleichen Zeitraum wie die Umleitungen bis Mitte November – dringend nötig seien, so der Sprecher Uwe Herzel. Die vom Verband beauftragte Baufirma habe im August die halbseitige Sperrung des Abschnitts auf der Umleitung mit einer Ampel beantragt, bestätigt auch Claudia Krause als Sprecherin des Calwer Landratsamtes. Die Leitungen müssten vor der kalten Winterzeit saniert werden. Altensteigs Bürgermeister Gerhard Feeß, der Vorsitzende des Wasserversorgungsverbands, hatte der PZ dagegen gesagt, die Bauarbeiten seien nach Rohrbrüchen bereits Ende 2016 ins Auge gefasst und schon Anfang 2017 an die Firma vergeben worden.