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 Foto: dpa (Symbolbild) 

Glasfaser-Ausbau im westlichen Enzkreis: Schnelles Internet für Neuenbürg und Straubenhardt?

Neuenbürg/Straubenhardt: Wenn es nach BBV ginge, würde die Firma gerne weitere Gemeinden im Enzkreis mit Glasfaserkabeln ausbauen. In Engelsbrand soll nach der erfolgreichen Vorvermarktung dieses Jahr mit den Bauarbeiten begonnen werden (PZ berichtete). „Wir wollen bis Sommer 2021  fertig sein“, sagt Marcus Böker, Leiter des Kommunalen Netzausbaus der BBV. Danach würde seine Firma gerne in der nächsten Gemeinde weitermachen. Besonders in den Blick geraten sind  Neuenbürg und Straubenhardt, wegen der Nähe zum überörtlichen Backbone-Netz, das BBV bald bis Engelsbrand verlegen will.

Durch das Telekommunikationsgesetz würde es der Firma freistehen, auch ohne Einverständnis der Verwaltungen in anderen Gemeinden mit der Vorvermarktung zu starten. „Das ist aber nicht unsere Philosophie“, sagt Böker: „Wir wollen die Bürger, zum Beispiel wie in Engelsbrand mit einer Bürgerinitiative, mit ins Boot holen.“ Dabei wolle man mit dem Gemeinderat agieren. Die Frage für die Verwaltungen ist folgende: Soll man wie Engelsbrand auf den privaten Ausbau setzen oder über den Zweckverband Breitband selbst ein Leitungsnetz verlegen? Die PZ hat nachgefragt.

Neuenbürg: In einem ist sich Bürgermeister Horst Martin sicher: Das Thema werde im Gemeinderat noch für Diskussionen sorgen. Schließlich könne man von einem zweistelligen Millionenbetrag ausgehen, den der Glasfaserausbau die Gemeinde kostet. Sollte die BBV privat ausbauen, würden keine Kosten für den Steuerzahler anfallen. Trotzdem ist Martin der Ansicht, weiter auf die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband zu setzen. „Ich bin überzeugt, dass man nicht alles privatisieren sollte und dass sich Gemeinderäte und Bürgermeister nach mir darüber freuen, wenn das Netz in Verbandshand ist“, sagt er. Allerdings betont er auch, dass der Firma gesetzlich vonseiten der Gemeinde keine Einschränkungen gemacht werden dürften. Während der Buchberg relativ gut mit Glasfaser ausgebaut sei, hinke besonders der Teilort Waldrennach dem schnellen Internet hinterher. Weil Neuenbürg im Vergleich zu anderen Gemeinden bisher relativ schlecht erschlossen sei, würde man besonders von den Förderungen des Zweckverbands profitieren. Bei einem Alleingang hingegen müssten eventuell bisher eingegangene Förderungen durch den Zweckverband zurückgezahlt werden, befürchtet Martin.

Straubenhardt: Seine Gemeinde werde mit ihrem Vorhaben für ein schnelleres Internet besonders stark im Zweckverband berücksichtigt, meint Bürgermeister Helge Viehweg. Er hat eine klare Meinung über Ausbauabsichten der Firma BBV: „Derzeit sehe ich das nicht als Option.“ Stattdessen möchte er mit dem Zweckverband weiterarbeiten – auch wenn das zähe Ringen um Fördermittel natürlich schneller vonstatten gehen könnte. „Da wünsche ich mit vom Land mehr Tempo“, so Viehweg. Mit dem gemeinsamen Weg der Enzkreis-Gemeinden solle der gerechte Ausbau für alle ermöglicht werden. Alleingänge, wie ihn jetzt auch Engelsbrand mit dem privaten Ausbau geht, sehe er deshalb kritisch für das Gesamtprojekt.