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Nach Unfall in Bretten: Senioren eine Gefahr?
24.10.2013

Große Hilfsbereitschaft nach tragischem Unfall in Bretten

Walzbachtal/Bretten. Nach dem tragischen Unfall von Montagmittag, bei dem eine 34 Jahre alte, fünffache Mutter aus Walzbachtal ums Leben kam, ist die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung groß. Wie Karl-Heinz Burgey, Bürgermeister von Walzbachtal, gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“ berichtet, habe sich in den vergangenen Tagen eine ganze Reihe an Privatleuten, aber auch an Firmen gemeldet, die ihre Hilfe anbieten wollen. Deshalb hat die Gemeinde ein Spendenkonto eingerichtet.

Mutter überfahren: Tests für Senioren?

Am Montag hatte ein 88 Jahre alter Rentner die Frau bei einem Unfall getötet und zwei ihrer Kinder schwer verletzt. Der Rentner hatte die drei erfasst, als er rückwärts aus einem Behindertenparkplatz vor einem Supermarkt in Bretten gefahren war. Nach dem ersten Kontakt war der Mann nochmals rückwärts gefahren und hatte die Mutter gegen ein parkendes Auto gedrückt. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo sie kurz darauf starb.

Bildergalerie: Tödlicher Unfall: 88-Jähriger überfährt Mutter beim Ausparken

Der Unfall hat in der Region, aber auch in ganz Deutschland für große Erschütterung gesorgt und eine Debatte über Fahrtauglichkeitstests von Senioren ausgelöst. In der Gemeinde Walzbachtal hat sich die Verwaltung in den ersten Tagen mit Auskünften bedeckt gehalten. „Wir wollen vor allem der Familie zunächst die Möglichkeit geben, sich zu sortieren. Für so ein Ereignis hat niemand einen Plan B in der Tasche“, sagt Bürgermeister Burgey. Seit Tagen steht bei ihm das Telefon nicht mehr still, nach eigenen Angaben könne er theoretisch aufgrund der zahlreichen Anfragen zu dem tragischen Unfall die üblichen Amtsgeschäfte zur Seite legen.

Die fünf Kinder der verunglückten Frau sind zwischen sechs Wochen und sieben Jahre alt, zwei von ihnen, ein zweijähriges Mädchen und seine ein Monat alte Schwester, werden noch immer im Krankenhaus behandelt. Die Zweijährige, die schwere Kopfverletzungen erlitten hatte, konnte mittlerweile auf eine normale Station verlegt werden und wird nach Angaben der Ärzte wohl keine bleibenden Schäden zurück behalten. Auch die kleine Schwester soll zur Beobachtung weiter im Krankenhaus bleiben.

Bei der Familie in Walzbachtal sind nach Angaben des Bürgermeisters nun auch die Großeltern zur Unterstützung vor Ort. Die Gemeinde versucht auf verschiedenen Ebenen, den Vater und seine Kinder zu unterstützen. „Wir haben ein Spendenkonto eingerichtet und wollen zu einem späteren Zeitpunkt mit der Familie besprechen, wofür das Geld genutzt werden kann“, sagt Burgey. Auch in der Nachbarschaft und unter den Einwohnern der Gemeinde sei die Hilfsbereitschaft sofort sehr groß gewesen. „Die Nachbarn helfen vor allem, die Kinder wieder ins tägliche Leben zu integrieren, also sie zum Beispiel zur Kita zu bringen oder abzuholen, wofür die Familie sehr dankbar ist“, sagt der Bürgermeister. Und auch die Gemeindeverwaltung sei mit Kindertagesstätte und Schule im Gespräch, um die Familie praktisch zu unterstützen. „Generell ist bei einer Familie mit fünf Kindern, die plötzlich ohne Mutter dastehen, jeder Euro gut angelegt“, meint Burgey.

Zum Unfallhergang gibt es keine neuen Erkenntnisse. „Der Sachverständige ist noch bei der Arbeit, da rechnen wir erst in einigen Tagen mit ersten Ergebnissen“, sagt Ralf Minet, Pressesprecher der Karlsruher Polizei. Der 88-jährige Unfallverursacher, der nach Polizeiangaben schwerbehindert ist, mache weiterhin von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

 

Spendenkonto „Familienhilfe Unfall“

Sparkasse Kraichgau

Kto.Nr: 555 555 5

BLZ: 663 500 36

Volksbank Stutensee-Weingarten

Kto.Nr: 100 372 20

BLZ: 660 617 24