Heimsheim. Die Feuerwehren aus Heimsheim, Friolzheim und Tiefenbronn haben gemeinsam mit der Betriebsfeuerwehr der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heimsheim den Ernstfall geprobt. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor. Bei einer groß angelegten Übung wurde ein Brand in einem laufenden Produktionsbetrieb mit mehreren vermissten Personen simuliert. Zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht auf dem Gelände der JVA ließen auf eine mögliche Großlage schließen. Zum Glück handelte es sich lediglich um eine Übung.
Ausgangspunkt des Szenarios war ein angenommener technischer Defekt an einer Kreissäge in der Holzwerkstatt. Es kam zu einer starken Rauchentwicklung und einem Brand. Obwohl die Mitarbeitenden der Werkstätten unmittelbar mit der Räumung des betroffenen Bereichs begannen, breitete sich der Rauch auf weitere Gebäudeteile aus. Betroffen waren unter anderem ein Papierlager sowie die oberhalb der Holzwerkstatt gelegene Druckerei. Fünf Personen galten als vermisst und mussten von den Einsatzkräften gesucht und gerettet werden.


24 Stunden wie im echten Einsatz
37 Feuerwehrleute im Einsatz
Alarmiert wurden die Feuerwehren entsprechend den für die JVA geltenden Sicherheitsvorgaben. Insgesamt waren 37 Feuerwehrangehörige mit fünf Einsatzfahrzeugen und einem Einsatzleitfahrzeug beteiligt. Hinzu kamen acht Bedienstete der Betriebsfeuerwehr der JVA. Die Gesamt-Einsatzleitung übernahm die Feuerwehr Heimsheim.
Besonders wichtig war die Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligen Feuerwehren und der Betriebsfeuerwehr der JVA, die mit ihrer Ortskenntnis die Einsatzkräfte unterstützte. Für die Personensuche und Brandbekämpfung unter Atemschutz bildeten sie gemischte Trupps aus jeweils zwei Atemschutzgeräteträgern der Freiwilligen Feuerwehren und einem Angehörigen der Betriebsfeuerwehr.


80 Helfer im Einsatz: Aufwendige Alarmübung an der Lucas-Moser-Schule in Tiefenbronn
„Die besonderen Bedingungen einer Justizvollzugsanstalt nicht erst im Ernstfall kennenzulernen, ist für die Feuerwehr extrem wichtig“,
erklärt Kommandant Kevin Rössle von der Feuerwehr Heimsheim.
Auch für die JVA-Bediensteten sei es wichtig, die eigenen Aufgaben und die Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften zu trainieren, betont Vollzugsdienstleiter Steffen Schelenz.
Fünf Angehörige der Feuerwehr Tiefenbronn stellten Verletzte dar, sodass auch deren Rettung und Versorgung geübt werden konnte. Nach rund 50 Minuten war das Szenario beendet. Bei einer anschließenden Nachbesprechung werteten die Beteiligten die Abläufe aus und besprachen mögliche Verbesserungen. Die Übung wurde unter anderem von Kreisbrandmeister Carsten Sorg beobachtet. Die Übungsleitung zog eine positive Bilanz: Die Zusammenarbeit habe unter realitätsnahen Bedingungen funktioniert und wichtige Erkenntnisse für künftige Einsätze geliefert. JVA-Leiter Dr. Frank Jansen dankte allen Beteiligten. Eine ernsthafte Gefahr habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.



