Die Ortsdurchfahrt in Straubenhardts Ortsteil Conweiler zeigt in der Hitze buchstäblich Auflösungserscheinungen. Aufgeweichte Flickstellen werden teilweise aus der Straße gefahren. 

Seibel
Region
Hauptstraße schmilzt - Hitze gibt maroder Straße in Conweiler den Rest
  • Alexander Heilemann

Wollen Sie mal sehen, wie eine Straße davonläuft?“ Die Conweilerin, die bei der PZ anruft, ist aufgebracht. Die Ortsdurchfahrt des Straubenhardter Ortsteils, die Herrenalber Straße, ist mit ihren Löchern und Rissen den Bürgern seit Jahren ein Dorn im Auge.

Dass die Strecke „total kaputt“ sei, wüssten die zuständigen Behörden seit Jahren, sagt Horst Ochner, der dort ein Autohaus führt. Zu mehr als Flickschusterei habe es zuletzt nie gereicht, schimpft er. Der heiße Donnerstag servierte dafür die Rechnung. In den provisorisch mit Bitumen und Splitt gefüllten Löchern wurde das Material weich, blieb teils an den Autoreifen kleben und wurde mitsamt dem Splitt herumgeschleudert. Schäden an Windschutzscheiben habe es gegeben. An vielen Fahrzeugen hing klebriger Dreck.

Bei Ochner und anderen in der Gemeinde macht der Hitzeschaden die Ungeduld beim Warten auf eine Sanierung riesig. Manche hatten sich mit den Forderungen schon früher an die Gemeinde gewandt, andere haben den Enzkreis im Blick. Tatsächlich aber ist die Strecke eine Landesstraße. Über viele Jahre hatte sich beim Land ein Sanierungsstau aufgebaut, der erst nach und nach abgetragen werden kann.

Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe, sagt, die Notwendigkeit der Sanierung sei klar. Für 2016 sei die Erneuerung der Herrenalber Straße nicht vorgesehen gewesen. Mit Blick auf die jüngsten Probleme müsse man abwägen, ob man früher eingreifen könne. Und davor „müssen wir erst einmal wissen, wie viel Geld wir zur Verfügung haben“, so Herzel. In den nächsten Wochen erhalte das Regierungspräsidium Klarheit über die Höhe der Mittel aus dem Landesstraßensanierungsprogramm.

Auch der Enzkreis möchte dem Land die Dringlichkeit deutlich machen, die Conweiler Ortsdurchfahrt so bald wie möglich zu erneuern. Sven Besser, der Leiter des Amts für nachhaltige Mobilität, bestätigt, dass durch die Hitze das Bitumen in Flickstellen hochgekocht sei. Die Straßenmeisterei sei am Donnerstagnachmittag nach Conweiler geeilt, um zu retten, was fürs Erste kaum zu retten ist. „Wir haben Tempo 30 angeordnet und die Strecke mit Sand abgestreut, damit man einigermaßen fahren kann“, so Besser. Notmaßnahmen seien das, aber natürlich nichts, was auf Dauer hilft. Genauso wenig die zuletzt vor wenigen Monaten aufgebrachten Flicken auf eine Straße, die bis tief in den Unterbau hinein beschädigt sei, meint Horst Ochner.