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Nicht nur um die Geburt, auch um die Vor- und Nachsorge kümmern sich Hebammen. Dabei wird beim Wiegen im Tuch die Zunahme der Babys kontrolliert. Foto: dpa-Archiv
Nicht nur um die Geburt, auch um die Vor- und Nachsorge kümmern sich Hebammen. Dabei wird beim Wiegen im Tuch die Zunahme der Babys kontrolliert. Foto: dpa-Archiv
Ziehen an einem Strang: Die freien Hebammen Margarete Wetzel und Meike Schulze mit den Grünen-Politikerinnen Elisabeth Vogt (Fraktionsvorsitzende im Kreistag), Uta Golderer (Stadträtin in Pforzheim) und der Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (von links). Foto: Meyer
Ziehen an einem Strang: Die freien Hebammen Margarete Wetzel und Meike Schulze mit den Grünen-Politikerinnen Elisabeth Vogt (Fraktionsvorsitzende im Kreistag), Uta Golderer (Stadträtin in Pforzheim) und der Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann (von links). Foto: Meyer
22.03.2019

Hebammen verzweifelt gesucht - So will die Politik das Problem lösen

Enzkreis/Pforzheim. Immer schwieriger wird es für Frauen, eine Hebamme zu finden, die sie während und nach der Schwangerschaft betreut. Politikerinnen der Grünen wollen sich des Problems nun in Stadt, Kreis und Land gemeinsam annehmen.

Ein Entschluss aus Fassungslosigkeit ist in der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Kreistag, Elisabeth Vogt, gewachsen. Zum dritten Mal ist sie Großmutter geworden. Und erkannte, wie schwer sich ihre Tochter bei der Suche nach einer Hebamme tat. Im Enzkreis und in Pforzheim sind deren Terminkalender auf Monate dicht. So fänden Frauen nur schwer Begleitung zur Vor- und Nachsorge – und gar keine mehr für Hausgeburten.

Eine Situation, gegen die Vogt etwas tun will. Sie hat sich mit der Pforzheimer Stadträtin Uta Golderer und der Landtagsabgeordneten Stefanie Seemann (beide Grüne) zusammengetan. Unterstützt von Hebammen aus Stadt und Kreis haben sie Lösungen gesucht und wollen das Thema in die Öffentlichkeit und das Bewusstsein tragen.

Seit 2017 gebe es im Land zum Thema Geburtshilfe einen runden Tisch, sagt Seemann. Dort werde über strukturelle Verbesserungen nachgedacht. Im Herbst sollen Lösungsvorschläge präsentiert werden.

Schnelle Hilfe vor Ort erhoffen sich Vogt und Golderer durch Anträge, die sie an Landrat Bastian Rosenau und Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch richten. Darin bitten sie unter anderem um die Entwicklung der Zahl von Geburten und Hebammen und der Schwangerenbetreuung in den vergangenen fünf Jahren.

Zudem geht es um die Frage, wie man Hebammen auf kommunaler Ebene unterstützen und den Beruf attraktiver machen könnte. Vogt denkt etwa an eine Entlastung bei der Bürokratie und Förderung von Praxisräumen. Zudem habe man angestoßen, dass die Themen Schwangerenvorsorge und Hebammen in der nächsten Gesundheitskonferenz 2020 aufgenommen werden. Die Pforzheimer Bündnisgrünen haben einen Antrag auf eine kostenlose Ausnahmegenehmigung für Hebammen gestellt, die diese in der angespannten Parksituation in der Stadt entlasten soll.

Mehr lesen Sie am Samstag, 23. März, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.