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Mit vereinten Kräften Allgemeinmediziner für die Region begeistern ist Ziel von „Docs4Pfenz“: (von links) Kenan Hösch (Sparkasse PforzheimCalw), Hausärztin Dr. Iris Knapp, Dr. Stefan Pfeiffer (RKH-Klinik Mühlacker), Gesundheitsamtsleiterin Dr. Brigitte Joggerst, Harald Brandl und Tanja Pribek (AOK), Ludger Schmitt (AK Heim- und Pflegedienste), Christian Albrich (Gesundheitsamt), Dr. Michaela Läpple (Siloah), Prof. Dr. Clemens Bauer (Helios), Steffen Witte (Kassenärztliche Vereinigung). Foto: Ketterl
Mit vereinten Kräften Allgemeinmediziner für die Region begeistern ist Ziel von „Docs4Pfenz“: (von links) Kenan Hösch (Sparkasse PforzheimCalw), Hausärztin Dr. Iris Knapp, Dr. Stefan Pfeiffer (RKH-Klinik Mühlacker), Gesundheitsamtsleiterin Dr. Brigitte Joggerst, Harald Brandl und Tanja Pribek (AOK), Ludger Schmitt (AK Heim- und Pflegedienste), Christian Albrich (Gesundheitsamt), Dr. Michaela Läpple (Siloah), Prof. Dr. Clemens Bauer (Helios), Steffen Witte (Kassenärztliche Vereinigung). Foto: Ketterl
07.11.2018

Her mit den Hausärzten: Die Region sucht Praxisnachfolger

Enzkreis/Pforzheim/Kreis Calw. Jungmediziner für Landarztpraxen zu interessieren, bleibt ein Kampf. Dabei wird das angesichts der vielen Hausärzte, die aufs Rentenalter zugehen, immer wichtiger. Das Netzwerk „Docs4Pfenz“ will das ändern und bohrt ein dickes Brett – mit Konkurrenz auch aus Calw.

Die Uhr tickt – bei älteren Hausärzten, die für ihre Praxis im Dorf schlechte Aussichten auf Nachfolger haben. Und bei Kranken, die manchmal im Wartezimmer zu spüren bekommen, was es heißt, dass immer weniger Allgemeinmediziner einen immer größeren Anteil der Patienten behandeln müssen. Dieses Jahr, so Tanja Pribek von der AOK, hätten in Pforzheim und Enzkreis vier Praxen geschlossen. Auch die Kliniken spüren Folgen, so Mühlackers Ärztlicher Direktor Dr. Stefan Pfeiffer: Dort füllen sich die Notaufnahmen.

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Seit zwei Jahren kämpft das Netzwerk „Docs4Pfenz“ – der Name bedeutet „Ärzte für Pforzheim und Enzkreis“ – gegen die drohende Landarzt-Lücke an. Gestern Abend trommelten Vertreter von Kliniken, Ärzteschaft, AOK, Gesundheitsbehörden und Berufsverbänden im Landratsamt Enzkreis für die nächste Veranstaltung, die am 16. und 17. November Medizinstudenten und junge Ärzte für die Region begeistern soll.

Das Netzwerk bohrt ein dickes Brett. Zuletzt wurden zwei Medizinerinnen überzeugt, ihre fünfjährige Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin in der Region zu absolvieren: Sölvi Barth am RKH-Krankenhaus Mühlacker und Anne Lutz am Siloah-Krankenhaus in Pforzheim. Das Ausbildungskonzept mit klarem Lehrplan und vorgezeichneten Stationen, für das Kliniken und niedergelassene Ärzte hervorragend zusammenarbeiten würden, so Christian Albrich vom Gesundheitsamt, ist ein zentraler Baustein des Werbekonzepts für Enzkreis und Pforzheim. Geld bietet die Region praktisch keines an.

Anders im Nachbarkreis Calw: Dort fürchtet man, bis 2030 die Hälfte aller Hausärzte zu verlieren, und hat 2015 ein Stipendienprogramm aufgelegt. Calw lockt mit Studienbeihilfen von monatlich 400 Euro für bis zu sechs Jahre – falls ein Mediziner sich verpflichtet, seine Weiterbildung im Kreis zu absolvieren oder sich nach dem Abschluss dort niederzulassen. Erste Absolventen gibt es 2021. Zehn Stipendiaten sind es bislang, weitere sechs sollen noch dazukommen.

Stipendien seien für Pforzheim und Enzkreis heiß diskutiert, aber verworfen worden, so Gesundheitsamtsleiterin Dr. Brigitte Joggerst. Man setze auf Überzeugungsarbeit. Eine gelungene Praxisübergabe könne „Docs4Pfenz“ ganz sicher für sich verbuchen. Dr. Pfeiffer und Hausärztin Dr. Iris Knapp berichten zudem über wachsendes Interesse von Quereinsteigern aus Anästhesie oder Chirurgie an Allgemeinmedizin.

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 8. November, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

HWB
08.11.2018
Her mit den Hausärzten: Die Region sucht Praxisnachfolger

Gerade diese Woche war ich bei meinem Hausarzt und hatte eine Diskussion über die Verabreichung von Medikamenten. Er darf manche Medikamente nur auf "grüne" Rezepte, sprich Selbstzahlung durch den Patienten, verschreiben obwohl der Patient auf dieses Medikament angewiesen ist! Laut Auskunft der Krankenkasse könnte er dieses Medikament, wenn ich es wirklich brauchen würde, durchaus verschreiben. Nur würde er nachher in Regress genommen und müsste das Medikament selbst bezahlen. Das kann ich ja ...... mehr...

Igelchen
08.11.2018
Her mit den Hausärzten: Die Region sucht Praxisnachfolger

So ganz stimmt das nicht, siehe hier: https://www.allgemeinarzt-online.de/archiv/a/der-beginn-der-freiberuflichen-praxis-1582311 Bei Laboruntersuchungen z.B. bekommt der Arzt einen Bonus ausgezahlt, wenn er mit seinen Laborleistungen im Budgetrahmen bleibt, nur bei Überschreitung des Laborbudgets werden lediglich die zusätzlichen Ausgaben vom Bonus abgezogen.... mehr...

Schreiberling
09.11.2018
Her mit den Hausärzten: Die Region sucht Praxisnachfolger

Das Gesundheitssystem ist völlig intransparent. Wer weiss schon, was sich hinter solchen Begriffen wie "Krankengut" tatsächlich verbirgt? Es dient der Selbstbedienung der Pharmariesen und der alten Chefärzte. Da gibt es einen echten Generationenkonflikt. Alte Verträge mit Chefärzten und Krankenhäusern waren Lizenzen zum Geld drucken (lassen). Hinter allem stand die FDP, die Partei der Freiberufler, so wie sie hinter der Pharmaindustrie stand. Diesen "Liberalen" haben wir den Ausverkauf und ...... mehr...

helmut
09.11.2018
Her mit den Hausärzten: Die Region sucht Praxisnachfolger

Die grünen Rezepte haben mit der Notwendigkeit nichts zu tun. Wenn ein Medikament frei verkäuflich ist zahlt die Kasse nicht. Kann man auch nicht bei der Kasse geltend machen wenn die zumutbare Summe der Selbstbeteiligung überschritten ist. Rezept Zuzahlungen, gleich welcher Art, muss die Kasse übernehmen wenn 2% des Einkommens überschritten wird. Bei chronisch Kranken sind es 1%. Dazu müssen alle Belege gesammelt und bei der Kasse eingereicht werden. Wenn man nur in einer Apotheke kauft stellt ...... mehr...