Kreis Calw. Seit Mitte Januar ist die Stelle des Kreisarchivars am Landratsamt Calw wieder neu besetzt. Der aus Bad Reichenhall stammende Historiker Kilian Spiethoff hat die Nachfolge von Martin Frieß übernommen und steht ab sofort als Ansprechpartner für Heimatforscher und Geschichtsinteressierte zur Verfügung.
Der 35-jährige Spiethoff hat an der Ludwig-Maximilians-Universität München Neuere und Neueste Geschichte, Historische Hilfswissenschaften sowie Kommunikationswissenschaft studiert und dort auch seinen Magisterabschluss gemacht.
Im Nordschwarzwald hat sich der gebürtige Bayer schon gut eingelebt. „Besonders gefallen mir die romantische Atmosphäre der Hermann-Hesse-Stadt und die Freundlichkeit der Bevölkerung,“ so Spiethoff. Im Sommer möchte der leidenschaftliche Naturfotograf die Schönheiten des Landes zwischen Enz und Nagold dann auch auf ausgedehnten Wanderungen entdecken. Aus fachlicher Sicht interessieren den Neuzeithistoriker, der bisher vor allem über migrationsgeschichtliche Themen sowie demokratische Bestrebungen im Deutschland des frühen 19. Jahrhundert publiziert hat, besonders die vielfältigen internationalen Vernetzungen der Region Calw etwa im Bereich der Auswanderungs- und Tourismusgeschichte.
An seinem neuen Arbeitsplatz schätzt Spiethoff vor allem die bemerkenswerten Vorarbeiten seines Vorgängers im digitalen Bereich. „Das Webangebot des Kreisarchivs Calw gehört zu den bedeutendsten Beispielen für die Präsentation kommunalen Archivguts im deutschsprachigen Raum,“ sagt Spiethoff. In Zukunft soll dieses überregional wahrgenommene Leuchtturmprojekt vor allem durch die Digitalisierung urheberrechtsfreier Bücher mit Bezug auf die Kreisgeschichte weiter ausgebaut werden.
Der enge Kontakt des Archivs zur Kreisbevölkerung soll dabei auch weiterhin fortgeführt werden, sagt Spiethoff: „Wir möchten ein offenes Archiv sein, das interessierten Bürgern, Schülern, Heimatforschern und Lokalhistorikern bei ihren Projekten hilfreich und beratend zur Seite steht.“
Als erster Schritt in diese Richtung wurde innerhalb der letzten Wochen bereits ein neuer Benutzerarbeitsplatz im Vorraum des Magazins eingerichtet. Hier sollen in Zukunft auch digitale Recherchen in den Beständen des Archivs für Interessierte ermöglicht werden.

