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Zwei Figuren machen es vor: Die Herzdruckmassage kann Leben retten. Eine Stuttgarter Radler-Gruppe schaffte das bei einem kollabierten Mann aus Königsbach-Stein. Foto: pixabay/succo
Zwei Figuren machen es vor: Die Herzdruckmassage kann Leben retten. Eine Stuttgarter Radler-Gruppe schaffte das bei einem kollabierten Mann aus Königsbach-Stein. Foto: pixabay/succo
07.12.2016

Herzinfarkt im Wald bei Illingen: Vier radelnde Lebensretter gefunden

Königsbach-Stein/Illingen. Vier Radfahrer machten nach Michael Knötzeles Herzinfarkt im Wald zwischen Illingen und Ensingen alles richtig. Über einen PZ-Artikel hat seine Frau nun die Lebensretter ausfindig gemacht.

Als sich vier Stuttgarter Radfahrer am Mittag des 18. September von dem leblos daliegenden Michael Knötzele entfernten und in besorgte Mienen der Rettungskräfte blickte, befürchteten sie das Schlimmste: „Kein Puls, keine Regung – wir haben befürchtet, dass er es nicht gepackt hat“, schildert Jens Bulling die Gedanken innerhalb der Gruppe. Im Wald zwischen Illingen und Ensingen waren sie dem Königsbach-Steiner begegnet, da sackte dieser zusammen: Herzinfarkt!

Das Quartett reagierte schnell: Notruf, Herzdruckmassage, Mund-zu-Mund-Beatmung. Sie sahen, wie der Notarzt mehrmals den Defibrillator ansetzte. Sie sahen aber kein Lebenszeichen des Patienten. Dann setzten sie ihre Tour von Maulbronn nach Stuttgart fort; im Kopf die Sorge, dass die Hilfe umsonst war. Doch Martin Knötzele überlebte – auch dank ihrer Hilfe. Über die PZ suchten er und seine Frau Ute nach den Lebensrettern. Mit Erfolg: „Schon am Erscheinungstag des Artikels haben sie sich bei uns gemeldet“, sagt Ute Knötzele.

„Es grüßt die Radler-Gruppe Mischi, Franky, Aggi und Jensi“, stand in der Mail, erinnert sie sich. Mit vollem Namen heißt das Quartett Frank Peukert, Hans-Peter Mischock, Axel Volpp und Jens Buling. Vier Freunde, drei wohnen in Stuttgart-Feuerbach, einer in Renningen, die Ende der 1970er-Jahre zusammen die Schule besuchten. „Eine gemeinsame Radtour pro Jahr ist Pflicht“, sagt Buling, für den die Hilfe „eine Selbstverständlichkeit“ war. Bei ihm und seinen Freunden konnte sich das Ehepaar mehr als zwei Monate nach der Herzattacke nun endlich bedanken. Bisher passierte das zwar nur auf dem elektronischen Weg, „aber sie werden auch mal vorbeikommen, wenn sie in der Nähe sind“, freut sich Knötzele – und erzählt weiter: „Sie haben sich sogar entschuldigt, dass sie die Rippen meines Mannes gebrochen haben.“ Dabei sei dies bei der Laienreanimation doch kaum anders möglich.

Mehr darüber lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.

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