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Der Wildtierbeauftragte des Enzkreises, Bernhard Brenneis (im Bild), weist darauf hin, dass Herdenschutz bei der Wolfsprävention von zentraler Bedeutung ist. Allerdings ist in den engen Schwarzwaldtälern mit ihrer komplexen Topographie das Aufstellen sicherer Zaunkonstrukte technisch anspruchsvoll und personalintensiv. Foto: Marx, Archiv
Der Wildtierbeauftragte des Enzkreises, Bernhard Brenneis (im Bild), weist darauf hin, dass Herdenschutz bei der Wolfsprävention von zentraler Bedeutung ist. Allerdings ist in den engen Schwarzwaldtälern mit ihrer komplexen Topographie das Aufstellen sicherer Zaunkonstrukte technisch anspruchsvoll und personalintensiv. Foto: Marx, Archiv
07.09.2018

Hinweis auf Wolfsrudelbildung im Nordschwarzwald? Was ein Wildtierexperte dazu sagt

Enzkreis. Der Angriff auf zwei Pferde im August bei Simmersfeld (Kreis Calw) hat in der Region erneut zu einer Grundsatzdiskussion über den Wolf geführt. Allerdings ist unklar, ob ein Wolf tatsächlich für die Attacke verantwortlich ist, in deren Folge ein Pferd verendet ist. Ebenfalls für landesweite Schlagzeilen sorgte die Meldung, dass bereits Ende Juli in Huzenbach (Gemeinde Baiersbronn) gerissene Schafe definitiv auf das Konto des residenten Wolfs von Bad Wildbad gehen, wie das Umweltministerium mitteilte.

Die Ereignisse nutzte die Redaktion, um beim Wildtierbeauftragten des Enzkreises nachzufragen, wie in es in der Region um den Wolf bestellt ist. Bernhard Brenneis bestätigte, dass es seit Jahresbeginn 20 konkrete Hinweise auf den Wolf gegeben hat. Diese seien allesamt untersucht worden. In einem Fall habe es sich um einen bestätigten Vorfall, eine C1-Klassifizierung gehandelt und zwar bei einem Riss bei Iptingen (Gemeinde Wiernsheim) mit einem durchziehenden Wolf (amtliche Bezeichnung „GW 883m“).

Kürzlich hatte die „Pforzheimer Zeitung“ den Leiter des Hegerings 2 der Kreisjägervereinigung Calw mit dem Verdacht zitiert, es könne im Nordschwarzwald ausgehend vom Wolf „GW 852m“ bereits zu einer Familienbildung gekommen sein. Dafür existierten bislang keine wissenschaftlich belastbaren Nachweise, unterstreicht Brenneis. Erstmals war „GW 852m“ bei einem Vorfall bei Bad Wildbad im November 2017 in der Region auffällig geworden. Zu einer Rudelbildung komme es Experten zufolge im Zeitraum von drei bis fünf Jahren, so Brenneis. Der genannte Wolf ist auch schon mehrfach auf Fotos aufgetaucht, so bei Forbach und bei Simmersfeld.

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