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Der Sohn von Monika Klinger, Andreas Häberlein, kümmert sich am Samstag um eins der verletzten Tiere. Für ein anderes kommt jede Hilfe zu spät.  Foto: M. Klinger 

Hund tötet Schaf in Mönsheim und verletzt mehrere Tiere schwer

Mönsheim. Man spürt, wie aufgelöst Monika Klinger immer noch ist, als sie von der grausamen Entdeckung am Samstagmittag spricht: Auf ihrer Weide zwischen Mönsheim und Flacht im Gewann Schmidbaum ist der Zaun durchbrochen, zwei ihrer Schafe liegen schwer verletzt da – eins davon wird kurze Zeit später eingeschläfert. Die restlichen vier sind durch den kaputten Elektrozaun ausgebüchst und schon bis an die vorbeiführende Kreisstraße gelaufen. Schnell ist klar: Hier hat ein bissiges Tier gewütet.

Der zuständige Jagdpächter Roland Binder und ein Kollege fangen die Schafe wieder ein und erneuern den Zaun provisorisch. Die gerufene Tierärztin muss eins der Schafe einschläfern. Das zweite wird zur Behandlung in die Praxis gebracht.

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Die Bissverletzungen an einem überlebenden Schaf. Foto: Monika Klinger

Was ist hier passiert? Darüber Aufschluss gibt das tote Schaf, das umgehend zur Untersuchung in das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt nach Fellbach gebracht wurde. Anhand der Struktur der Bissverletzungen wird hier über das Wochenende herausgefunden: Bei dem Angreifer muss es sich um einen „mittelgroßen bis großen, unerfahrenen Hund“ handeln, gibt Klinger das Ergebnis wieder. Ein Wolf komme demnach nicht in Frage. „Der hätte auch viel mehr Schaden angerichtet“, sagt Jagdpächter Binder. Denn bei den Schafen handelt es sich um sogenannte Ouessantschafe – eine alte französische Rasse – die als die kleinsten Schafe der Welt gelten. Sie werden nur bis zu 50 Zentimeter hoch.

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Monika Klinger trauert um ihr Tier – und ist wütend. Meyer

Die Schafe hält Klinger als Hobby. Man merkt, dass sie sehr an den Tieren hängt. Alle von ihnen haben Namen – das verendete Schaf hieß „Süße“. Wenn sie an den Täter denkt, mischt sich ein wütender Unterton in ihre Stimme: „Das ist eine Mords-Sauerei. Hier lassen welche ihre Hunde ohne Leine rennen. Dabei wissen die doch, dass die Tiere wild werden können, wenn Schafe auf der Weide stehen.“ Und auch Binder ist empört: „Es ist zu einer fürchterlichen Unsitte geworden mit den Hunden.“ Mittlerweile spreche er die Leute auf der Strecke freundlich an, ihre Hunde anzuleinen. Vor einigen Monaten hat er schon zwei totgebissene Rehe in dem Gebiet gefunden.

Jetzt ermittelt die Polizei – und sucht den Hundehalter. Der habe gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, sagt Polizeisprecher Frank Weber. Auch, weil er den Schafen nicht geholfen habe, sondern einfach weitergegangen sei.

Die Tat muss sich am Samstag, 19. September, zwischen 11 und 12 Uhr ereignet haben. Zeugen melden sich bei der Polizei Mühlacker unter (07041) 96930.

Constantin Hegel 01

Constantin Hegel

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