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Dieses Stück Fleisch hat eine Spaziergängerin Ende des vergangenen Jahres in Knittlingen entdeckt. Ob es ein Giftköder war, konnte letztlich nicht bestätigt werden. Nur wenige Wochen später warnten Hundebesitzer erneut vor Gammelfleisch – diesmal in den Weinbergen zwischen Maulbronn und Knittlingen.  Foto: Privat/Leserfoto 
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Wenn der Hund beim Gassigehen in einem unbeobachteten Moment einen Giftköder frisst, sind Herrchen und Frauchen machtlos. Nicht selten sterben die Vierbeiner trotz tierärztlicher Hilfe. In der Region gab es in jüngerer Vergangenheit immer wieder derartige Vorfälle. Symbolbild: dpa-Archiv/Maurizio Gambarini 

Hundehasser sind wieder am Werk: Hund aus der Region starb wegen Giftködern

Maulbronn/Knittlingen. Mit dem Hund sorglos Gassi zu gehen ist für viele Hundebesitzer schon lange nicht mehr möglich. Immer häufiger – zuletzt mehrfach in Knittlingen – melden Spaziergänger in den sozialen Medien Funde von Fleischködern, bei denen sich leider immer wieder herausstellt, dass sie mutwillig mit Gift versetzt wurden. Anfang des Jahres ist nun in Schmie offenbar ein Hund gestorben, weil er einen solchen Giftköder gefressen hatte.

„Ich habe leider gar nicht mitbekommen, wann und wo er das Gift zu sich genommen hat“, erzählt die Halterin, die anonym bleiben möchte. Weil der zehn Jahre alte Parson Russell Terrier sich aber plötzlich nicht mehr auf den Beinen halten konnte, sei sie mit ihm in die Tierklinik nach Durlach gefahren, wo dann festgestellt worden sei, dass das Tier vergiftet worden ist, so die Betroffene.

Woran erkennt man, dass ein Tier vergiftet wurde?

Symptome, die bei einer Vergiftung auftreten können, sind laut der Bundestierärztekammer unter anderem starker Speichelfluss, Zittern, Apathie oder starke Aufregung, Schwäche, Kreislaufprobleme, Erbrechen und Durchfall. Bei Rattengift trete Blut aus und könne nicht mehr gestillt werden, informiert die Enzberger Tierärztin Karin Bührle. Weitere Anzeichen, anhand derer ein Tierarzt eine Vergiftung in Betracht zieht, seien zudem eine gesunkene Körpertemperatur und schlechte Leber- beziehungsweise Nierenwerte.

Wo wurde der Polizei in letzter Zeit mehrfach der Verdacht auf Giftköder gemeldet?

Laut Auskunft des Polizeipräsidiums Pforzheim ist dem Sachgebiet Gewerbe/Umwelt bislang nur der Fund in Knittlingen bekannt. Mitarbeiter des Maulbronner Bauhofs hätten in den vergangenen Tagen zwar Wurstreste aufgefunden und dies dem örtlichen Polizeiposten gemeldet. Ein deutlicher Hinweis auf Giftköder habe sich allerdings nicht ergeben. Im Zuständigkeitsbereich des Pforzheimer Polizeipräsidiums käme es immer mal wieder zu ähnlichen Vorfällen, eine Häufung sei aber nicht zu erkennen. Dabei nennt die Polizei auch zwei konkrete Fälle: Zum einen am 15. Januar 2020 in Altensteig, bei dem ein Hund nach einer Vergiftung starb. Und zum anderen ein Ereignis aus dem Jahr 2018 in Bad Wildbad, wobei zwei Rottweiler zu Tode gekommen waren. Beim Fall in Bad Wildbad hätten sich keinerlei Täterhinweise ergeben. Im Hinblick auf den jüngsten Sachverhalt in Altensteig werde noch ermittelt, teilt das Polizeipräsidium mit.

Mehr über die Giftköderfunde in der Region lesen Sie am Samstag, 18. Januar, in der „Pforzheimer Zeitung - Ausgabe Mühlacker“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Peter Hepfer

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Miriam Schrader 02

Miriam Schrader

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