Hat da etwa jemand zu oft die Kult-Kifferkomödie Lammbock geschaut? Eine Kolumne von PZ-Redakteur Dennis Krivec.
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Im Schwarzwald wächst jetzt sogar Cannabis – zumindest ein bisschen

Schömberg. Hat da etwa jemand zu oft die Kult-Kifferkomödie Lammbock geschaut? Irgendwo im Schömberger Wald ist Förster Alex Volkert auf seinen Streifzügen im vergangenen Jahr nicht nur auf Fichten, Tannen und Buchen gestoßen – sondern auch auf Cannabis-Pflanzen.

Okay, es waren nicht so viele, wie in dem Streifen mit Moritz Bleibtreu und Lucas Gregorowicz in den Hauptrollen. Da bauen die beiden Dutzende Exemplare mitten im Wald an und bringen ihr Gras dann versteckt unter Salamischeiben auf Pizzen an den Kiffer.

Im Schömberger Fall waren es nur zwei Gewächse, die eigentlich nichts im Wald zu suchen haben. „Von einer Cannabis-Plantage kann keine Rede sein. Ich glaube, das war mit zwei Pflänzchen nur ein Ausprobieren?“, schreibt der Förster auf Nachfrage. Also doch eher keine Lammbock-Fans – oder zumindest keine glühenden. Und frustrierte „Social Clubs“ werden es bei der Menge wohl auch nicht gewesen sein. Seit der Teil-Legalisierung 2024 dürfen diese eigentlich anbauen, doch viele solcher Vereine haben mit großen Hürden zu kämpfen. Einem Ableger aus Knittlingen ist zuletzt eine Indoor-Zucht in einer Halle abgelehnt worden.

Wer auch immer dafür verantwortlich war: Viel vom Cannabis-Anbau scheint er nicht zu verstehen. „Der Standort war ungünstig. Die Pflanzen haben zu wenig Licht abbekommen“, sagte Volkert zuletzt bei einer Präsentation zum Zustand des Schömberger Waldes im Gemeinderat. Dann ging es wieder ums Hauptthema: den Forst der Zukunft mit klimaresistenteren Arten wie Eichen, Esskastanien, Spitzahorn und Elsbeere. Im Schwarzwald wächst mittlerweile eben vieles – nur offenbar kein Cannabis mit Zukunft.