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Mit einem Meterstab misst Günter Merkle nach, welche Dimension das Wespennest hat. Foto: Roller
Mit einem Meterstab misst Günter Merkle nach, welche Dimension das Wespennest hat. Foto: Roller
13.01.2019

Imposantes Wespennest auf dem Dachboden

Königsbach-Stein. Unzählige filigrane Linien durchziehen das unförmige, schuppig wirkende Gebilde, das auf dem Dachboden von Günter Merkle in Stein zwischen Truhen, Kartons und Balken hängt. Es ist ein Wespennest. Und zwar ein besonders großes Exemplar.

Mehr als einen Meter ist es breit, mehrere Kilogramm schwer. Obwohl Merkle alles abdichtete und verschloss, haben es die kleinen Tiere irgendwie auf seinen Speicher geschafft. „Die müssen im Frühjahr eine kleine Lücke gefunden haben“, vermutet er. Dann fingen sie mit dem Bau ihres Nests an, für das sie morsches, trockenes Holz zu einer papierartigen Masse zerkauten. Mit der Zeit bevölkerten immer mehr Tiere den Dachboden. Wie viele es letztlich waren, das kann Merkle nicht genau sagen. Tausende müssten es gewesen sein, meint er und erzählt: „Draußen vor dem Loch sind sie manchmal eine Ehrenrunde geflogen, weil sie nicht reingekommen sind.“ Einige verirrten sich beim Lüften sogar in seine Wohnung. Trotzdem wollte Merkle das Nest nicht entfernen lassen. Denn als Mitglied des Steiner Obst- und Gartenbauvereins weiß er, dass Wespen nützliche Tiere sind, die schadhafte Insekten fressen. Also wartete er, bis im Spätjahr der Frost kam. Dann starben die meisten Tiere von ganz allein. Mittlerweile ist das kunstvoll gebaute Nest verwaist.