Enzkreis. Die junge Frau ist schockiert. Was sie in den vergangenen Tagen erleben musste, hat sie tief erschüttert. Sie und ihr Partner wurden positiv auf das Coronavirus getestet – seither gleicht ihr Leben einem emotionalen Spießrutenlauf. Teils direkt, teils hinter ihrem Rücken wird dem Paar vorgeworfen, ihre Mitmenschen in Gefahr zu bringen. Dabei haben sich beide exakt an die Vorgaben des Gesundheitsamts gehalten und sogar Schutzvorkehrungen darüber hinaus getroffen.
Schon Tage bevor das positive Testergebnis vorlag, hat das Paar seine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus nicht mehr verlassen, um niemanden zu gefährden. Zudem hätten sie Kontaktpersonen informiert: „Wir haben die Menschen in unserem privaten Umfeld, die es betroffen hat, gewarnt, dass sie lieber zu Hause bleiben sollen.“ Sie hätten alle Anweisungen des Gesundheitsamts strikt befolgt, hätten ihre Wohnung nicht einmal zum Müll rausbringen oder Wäschewaschen im Keller verlassen.
Familienangehörige seien „terrorisiert“
Dennoch sah sich das Paar Anfeindungen ausgesetzt. „Wir haben heftige Vorwürfe bekommen, dass wir es nicht Gott und der Welt erzählt haben. Auch von Leuten, mit denen wir seit Wochen keinen Kontakt hatten.“ Sogar Familienangehörige seien „terrorisiert“ worden, was sie sich erlauben würden, noch nach draußen zu gehen. Dabei sei das Paar diesen seit der Rückkehr aus dem Urlaub nicht begegnet.
Dass Infizierten keinerlei Privatsphäre zugestanden werde, hat sie schockiert.. Die Reaktionen seien zusätzlich belastend gewesen zur Sorge, tatsächlich jemanden angesteckt zu haben, mit dem man engeren Kontakt hatte. Überall gebe es Kampagnen, füreinander da zu sein und aufeinander aufzupassen – im Ernstfall sorge sich aber jeder zuerst um sich selbst. Nur der engste Familienkreis habe gefragt, wie es ihnen gehe, ob man helfen kann. Ansonsten hätten sie vor allem Neugierde und Panik erlebt.
Mehr über die Erfahrungen des Paares lesen Sie am Freitag, 27. März, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

