Unangenehme Bekanntschaft mit einem aufdringlichen Vogel macht Siegfried Rotter aus Ellmendingen seit Wochen auf dem Penny-Parkplatz an der Niebelsbacher Grenzsägmühle. Der Rabenvogel sei ein höchst intelligenter Zeitgenosse, konstatiert Rotter konsterniert: Steige man zum Einkaufen aus dem Auto aus, lasse das schwarze Federvieh einen zwar in der Regel zunächst in Ruhe.
Wenn wenn dann aber mit gefülltem Einkaufswagen den Weg zurück antrete, werde man zum Opfer dieses renitenten Tagdiebs, der sich rücksichtlos selbst bediene Die Angriffe erfolgten überraschend aus der Luft: Und ehe man reagieren könne, habe sich der Rabenvogel auch schon ein Teil aus dem Einkaufskorb stibitzt. Dabei kralle sich das Tier alles, was im Wagen liege, egal ob es sich um Papiertaschentücher oder eingeschweißte Wurstartikel handele.
Nicht nur er selbst, sondern auch andere Kunden hätten schon unliebsame Bekanntschaft mit dem Räuber gemacht, sagt Rotter und weist darauf hin, dass er Augenzeuge geworden sei, wie sich Mütter mit Kleinkindern über Gebühr vor dem Rabenvogel gefürchtet hätten. Rabenvögel genießen in der Bevölkerung einen zweifelhaften Ruf. Einerseits gelten die Tiere als schlau, andererseits aber auch als verschlagen. Der Vorsitzende des Naturschutzbunds (Nabu) Pforzheim und Enzkreis, Gerold Vitzthum, unterstreicht auf PZ-Anfrage, dass ein Rabenvogel in der Tat ein außergewöhnlich intelligentes Tier sei. In der Regel müsse nicht von einem aggressiven Exemplar ausgegangen werden, vielmehr lerne der Vogel hinzu und realisiere, wie weit er gehen könne, um seinen Willen durchzusetzen. Nach ihm zu schlagen, werde vermutlich wirkungslos bleiben, da es ihm in erster Linie darum gehe, etwas aus dem Einkaufskorb mitgehen zu lassen. Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.


