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Prüfender Blick auf eine verunstaltete Wand in Bad Wildbad: Malermeister und Polizei begleiten immer die Touren des Anti-Graffiti-Mobils. Überstreichen müssen die Schmierereien dann die überführten Sprayer selbst. Foto: Privat
Prüfender Blick auf eine verunstaltete Wand in Bad Wildbad: Malermeister und Polizei begleiten immer die Touren des Anti-Graffiti-Mobils. Überstreichen müssen die Schmierereien dann die überführten Sprayer selbst. Foto: Privat
24.08.2017

Junge Graffiti-Sprayer auf Wiedergutmachungstour in Bad Wildbad

Bad Wildbad/Pforzheim. Das Anti-Graffiti-Mobil des Pforzheimer Hauses des Jugendrechts ist ein Instrument, um junge Leute, die Wände verunstaltet haben, die Sachschäden selbst wieder beheben zu lassen (die PZ berichtete).

Das jüngste Beispiel für solch einen Wiedergutmachungseinsatz gab es jetzt in Bad Wildbad und Calmbach. Die Polizei hatte dort mehrere Heranwachsende als Verantwortliche für eine ganze Reihe von Schmierereien ermittelt. Jetzt entfernten die jungen Leute 50 Graffiti an zwölf Objekten wie Privatgebäuden, Gebäuden und Einrichtungen der Stadt Bad Wildbad, an Schildern, Stromkästen oder Trafostationen. Insgesamt mussten laut Polizei 69 Quadratmeter Fläche gereinigt beziehungsweise überstrichen werden. Und: Die Sprayer entschuldigten sich bei den Geschädigten.

Begleitet wurden die jungen Leute dabei von zwei Polizeibeamten. Und, wie beim Anti-Graffiti-Mobil üblich, von einem Malermeister, der dafür sorgt, dass die Wände fachmännisch wiederhergestellt werden.

Das gemeinnützige Modellprojekt Anti-Graffiti-Mobil gibt es in Pforzheim schon seit 2003. Angesiedelt beim Pforzheimer Haus des Jugendrechts wird es federführend von Polizeihauptkommissar Volker Weingardt betrieben. Das Ziel: Geschädigte Bürger in der Region sollen schnell, kostenlos und unbürokratisch Hilfe erhalten. Die Maler der Malerinnung unterstützen das Mobil ehrenamtlich und haben seit 2003 laut Polizei schon über 21 000 Quadratmeter illegale Graffiti entfernt. Den jungen Delinquenten soll das Mobil den Bezug zu fremdem Eigentum vermitteln und gleichzeitig dafür sorgen, dass jungen Menschen für die Zukunft kein „Schuldenberg“ hinterlassen wird. Die Materialkosten trägt die Justiz.