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Musizieren im Freien, wie es Mitglieder des Posaunenchors Maulbronn in einem Weinberg oberhalb des Klosters machen, ist derzeit oft die einzige Möglichkeit. Doch Verbandsvertreter fürchten, dass bei Proben in geschlossenen Räumen ab Herbst insbesondere ältere Hobbymusiker abspringen. Bei Gesangvereinen in der Region haben Mitglieder in der Corona-Zeit bereits aufgehört. Archiv foto: Sebastian Gollnow/dpa 

Kaum Auftritte, Proben nur unter strengen Auflagen und Zukunftssorgen: Corona verstimmt Hobby-Musiker im Enzkreis

Enzkreis/Mühlacker-Lienzingen. Welche Einschränkungen die Corona-Pandemie mit sich bringt, davon kann seit Monaten fast jeder ein Lied singen. Insbesondere aber die Gesang- und Musikvereine in der Region: Kaum Auftritte, Proben nur unter strengen Auflagen, satte Einbußen bei den Einnahmen durch wegfallende Feste und Konzerte.

So groß die Liebe zum Hobby und der Kameradschaft auch sein mag: Wie der Chorverband Enz kürzlich berichtete, habe mancher Dirigent die Krise zum Anlass genommen, seine Tätigkeit aufzugeben. Gleiches gelte für Sänger im fortgeschrittenen Alter. Jüngstes Beispiel: Der Sängerbund Arnbach, dessen Mitglieder sich für ein „Ruhenlassen des Vereins auf unbestimmte Zeit“ entschieden haben. Das finanzielle Minus sei nicht mehr in Einklang zu bringen, heißt es.

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Dass Corona weiteren Vereinen den Todesstoß versetzen könnte, will Beate Dufke-Falkenstein nicht hoffen. Die Vorsitzende des Chorverbands Pforzheim Enzkreis schlägt optimistische Töne an: „Immerhin können wir unter Auflagen seit Juni wieder proben. Viele Vereine nutzen dazu Möglichkeiten im Freien, auf öffentlichen Plätzen oder in Privatgärten.“

Private Singstunden

Ähnlich handhabt dies auch der Männergesangverein (MGV) Lienzingen, dessen Übungsraum sich leider in der noch geschlossenen Gemeindehalle befindet. Daher treffen sich einige Sänger in privaten Räumlichkeiten unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorgaben, berichtet Vorsitzender Martin Schaufelberger.

„Ich habe die Hoffnung, dass wir nach den Ferien den geregelten Singstundenbetrieb in einem geeigneten Raum wieder aufnehmen können.“

Unter Corona-Bedingungen lasse sich aber natürlich kein optimales Üben umsetzen. „Bei den geforderten Abständen der Akteure zueinander sind quasi alle Solisten, die der Dirigent dann zu einem harmonischen Klangkörper formen muss“, erklärt Schaufelberger die Herausforderung bei dem Ganzen. „Aber ungewöhnliche Zustände erfordern eben ungewöhnliche Maßnahmen“, weiß er auch.

Mit dem nahenden Herbst und Winter schwingen auch bei Beate Dufke-Falkenstein Bedenken mit – und zwar ob alle Chöre einen Probeort drinnen finden. Mit ihrem Verein, dem Gesangverein Arlinger, sucht sie eine Alternative zum Bürgerhaus des Pforzheimer Stadtteils. „Bei einem Mindestabstand zwischen den Sängern von zwei Metern dürften dort nur zehn Personen rein.“ Unmöglich bei einem Chor mit gut 30 Sängern. Eine Idee: Die örtliche Kirche – genügend Platz, hohe Wände, besonderer Klang. „Doch dort herrscht noch ein Verbot für Chorgesang.“

Mehr darüber lesen Sie am Montag, 6. September in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Miriam Schrader 02

Miriam Schrader

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Carolin Kraus

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