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Ein Zankapfel: Auch im Gespräch mit Stefanie Seemann und Thomas Marwein war die Bundesstraße 294 im Bereich Bauschlott ein Thema.  Foto: Roller 

Klagen über hohe Geräuschkulisse im Enzkreis

Enzkreis. Verkehrslärm ist ein Aufreger-Thema, auch in der Region. Etwa in Bauschlott, wo vor kurzem das Scoping-Verfahren für die Ortsumgehung der Bundesstraße 294 gestartet ist. Von der Sinnhaftigkeit des millionenschweren Projekts sind indessen nicht alle überzeugt. Dass mit der Umgehung das eigentliche Problem nicht gelöst, sondern nur von der Ortsmitte an den Ortsrand verlagert werden könnte, ist einer der oft geäußerten Kritikpunkte.

Auch am Freitagabend kam dies zur Sprache, als die Grünen-Landtagsabgeordnete Stefanie Seemann und der Landes-Lärmschutzbeauftragte Thomas Marwein sich mit einem guten Dutzend interessierter Bürger per Videokonferenz über das Thema Lärm austauschten. Eine Umgehungsstraße erzeuge oft neue Betroffenheiten andernorts, sagte Marwein, der zudem dem Ölbronn-Dürrner Gemeinderat Hans-Dieter Deuß zustimmte, als dieser zu bedenken gab: Der Verkehr werde sich in den kommenden Jahren ändern. Deuß rechnet damit, dass es in zehn Jahren deutlich mehr leise Elektrofahrzeuge geben wird. In Kombination mit Flüsterasphalt, Tempo 30 und Lärmschutzfenstern lässt sich so aus seiner Sicht die Geräuschkulisse deutlich reduzieren.

Auf einer Umgehungsstraße dagegen seien höhere Geschwindigkeiten erlaubt, dann würden die Reifen den Lärm erzeugen. Dass sich etwas ändert, hofft man auch in Straubenhardt, genauer gesagt im Bereich der Schwanner Warte: Dort sind einem Anwohner zufolge Sportauspuffanlagen ein Problem, vor allem, wenn viele Erholungssuchende unterwegs sind. Regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen könnten aus seiner Sicht schon helfen. Ein anderer schlug vor, in der Bürgerschaft Spenden für eine Lärmmessanlage samt Display zu sammeln. Laut Marwein haben solche Geräte durchaus einen Effekt – auch, wenn sie nicht ganz billig sind und keine vor Gericht verwertbaren Daten liefern. In der Diskussion um den Pforzheimer Lärmaktionsplan wies Matthias Lieb vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) darauf hin, dass es für mehr Lärmschutz auch wichtig sei, andere Verkehrsarten zu stärken.