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Hinter der etwas ungewöhnlichen Formulierung „Wagen deklassiert“ steckt die übergangsweise Einladung für Bahnkunden aus der 2. Klasse, es sich in der 1. Klasse gemütlich zu machen. Foto: Marx
Hinter der etwas ungewöhnlichen Formulierung „Wagen deklassiert“ steckt die übergangsweise Einladung für Bahnkunden aus der 2. Klasse, es sich in der 1. Klasse gemütlich zu machen. Foto: Marx
Im beliebten Interregio-Express zwischen Stuttgart und Karlsruhe sollen alle Kunden einen Platz finden, weshalb bisweilen Abteile der 1. für die 2. Klasse freigegeben werden. Foto: Seibel/Archiv
Im beliebten Interregio-Express zwischen Stuttgart und Karlsruhe sollen alle Kunden einen Platz finden, weshalb bisweilen Abteile der 1. für die 2. Klasse freigegeben werden. Foto: Seibel/Archiv
21.11.2016

Klasse für die Masse - Im Interregio wird ein Teil der 1. Klasse für die Allgemeinheit geöffnet

Wer im morgendlichen Berufsverkehr im Interregio-Express (IRE) zwischen Stuttgart, Mühlacker, Pforzheim und Karlsruhe unterwegs ist, trifft auf „deklassiere Wagen“, also solche, die von der geräumigeren 1. auf die 2. Klasse herabgestuft worden sind: Eine gute Sache für die Masse der Kunden der Deutschen Bahn, die somit in den Genuss dieser Sitzplätze kommen.

Möglich wird das laut einem Sprecher der Deutschen Bahn AG aus Stuttgart, wenn in bestimmten Situationen im Verkehr der DB Regio AG das benötigte Beförderungsmaterial ausgeht, etwa weil Wagen in die Inspektion müssen. Es handele sich also jeweils immer um eine Übergangslösung, bei der aufgrund fehlender B-Wagen (B steht für 2. Klasse) gemischte AB-Wagen komplett für die 2. Klasse freigegeben würden, indem die 1. Klasse aufgehoben werde. Gleichwohl handele es sich nicht um eine „luxuriöse Neuregelung“, sondern lediglich um eine „betriebsbedingte Interimslösung“, um den Bedarf an Sitzplätzen in der 2. Klasse zu decken.

Die Maßnahme stehe übrigens nicht in Verbindung mit den sogenannten Übergangsverträgen. Die Deutsche Bahn hatte im Herbst erhebliche Personal- und Wagenprobleme, wie die PZ berichtete. Das lag unter anderem an den Übergangsverträgen mit dem Land, die am 1. Oktober in Kraft traten, sagte Anfang November ein Sprecher der Bahn über die Störungen im Zugverkehr. Das Verkehrsministerium des Landes hatte die Netze neu ausgeschrieben, ab 2019 übernehmen die Anbieter Abellio und Go-Ahead die Linie zwischen Karlsruhe, Pforzheim, Mühlacker und Stuttgart. Bis zum Wechsel in drei Jahren ist aber weiter die Deutsche Bahn für den Zugverkehr auf dieser Strecke zuständig. „Das hört sich einfach an, bedeutet für uns aber eine Riesenumstellung“, so der Sprecher damals.