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Das Klinikum Nordschwarzwald braucht in seiner Nähe ein Krankenhaus mit Intensivstation.
Das Klinikum Nordschwarzwald braucht in seiner Nähe ein Krankenhaus mit Intensivstation.
10.08.2017

Klinikum Nordschwarzwald in Hirsau bangt um Intensivversorgung

Calw-Hirsau. Kai-Uwe Kühn ist ein Mann der klaren Worte. Sollte eine Intensivversorgung im Calwer Krankenhaus nicht mehr möglich sein, sei das für das Klinikum Nordschwarzwald nicht akzeptabel, sagt der Professor für Psychiatrie und neue Chefarzt im Zentrum für Psychiatrie (ZfP). Schon allein die Verlagerung der Calwer Klinik von ihrem jetzigen Standort in das Gewerbegebiet Stammheimer Feld ist dem Klinikum, oberhalb von Hirsau gelegen, ein Dorn im Auge. Zwar verlängern sich die Fahrzeiten allenfalls um ein paar Minuten. Bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen komme es aber auf jede Sekunde an. Für Kühn ist das eindeutig eine Verschlechterung der Versorgungsqualität.

Auch für den Medizinischen Direktor Gunther Essinger und Geschäftsführer Michael Eichhorst ist dies keineswegs ideal. Denn schwer kranke, demente Patienten, wie sie in der Klinik für Alterspsychiatrie und Psychotherapie in Hirsau untergebracht sind, leiden an bis zu zehn Erkrankungen. Dazu zählen oftmals Herzinsuffizienzen und Schlaganfälle, erläutert Kühn. Da sei die Nähe einer Intensivstation genauso unabdingbar wie eine darüber hinaus gehende internistische Versorgung, so Kühn. Der Chefarzt nennt ein weiteres Beispiel. Aus einer Pforzheimer Klinik sei eine junge Frau mit massiven Essstörungen an das ZfP überwiesen worden. Da multiples Organversagen drohte, konnte die Patientin in Hirsau nicht aufgenommen werden. Sie brauchte die unmittelbare Nähe zu einer Akutklinik. In ihrem Fall war das jetzige Krankenhaus Calw schon zu weit weg. Sie wurde in den ZfP-Standort Böblingen eingewiesen, der sich unmittelbar im dortigen Krankenhaus befindet.

Essinger erinnert in diesem Zusammenhang an die inzwischen begrabenen Pläne, ein neues Calwer Krankenhaus auf dem Gelände des Klinikums Nordschwarzwald zu bauen. Für das ZfP wäre das der Idealfall gewesen. Die Klinikleitung betont zugleich, dass man sich in Sachen Gesundheitscampus Calw in intensiven Gesprächen mit dem Landkreis befindet. Und auch das Gefühl hat, gehört zu werden. Eichhorst betont allerdings auch, dass das ZfP eine noch bessere Zusammenarbeit anstrebt, „auch wenn wir ordentlich unterwegs sind“.

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