Kreis Calw. Seit Russland in der vergangenen Woche damit begonnen hat, die Ukraine direkt anzugreifen, ist das Leben in Europa ein anderes. "Dass mitten in Europa ein Krieg tobt, war vor wenigen Wochen noch unvorstellbar. Leider ist dieser Alptraum Realität geworden", sagt Helmut Riegger.
"Unsere Gedanken sind bei den Opfern des Krieges. Solidarität mit den Ukrainerinnen und Ukrainern ist das Gebot der Stunde. Aktuell ist noch nicht absehbar, wie viele Menschen vor Putins Krieg in den Landkreis Calw flüchten werden. Wir setzen alles in Bewegung, um diesen Menschen schnell und unbürokratisch zu helfen",
so der Calwer Landrat weiter.
"Zunächst einmal wird die Unterbringung der Menschen, die aus der Ukraine zu uns kommen, das drängendste Thema sein", ergänzt der Kreischef in einer Pressemitteilung am Mittwoch. Für alle Geflüchteten, die einer öffentlichen Aufnahme bedürfen, solle in Baden-Württemberg am Grundsatz des dreistufigen Aufnahmeverfahrens festgehalten werden. Das heißt, die Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) werden laut Mitteilung die Funktion einer Erst-Anlaufstelle für alle Ankömmlinge, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkommen, übernehmen. Von dort aus würden die Menschen dann voraussichtlich nach einem festen Schlüssel auf die Stadt- und Landkreise verteilt.
"Vertrauensvolle Partnerschaft zeigt, wie geeintes Europa zusammenhält"

Unter anderem hat Riegger laut Pressemitteilung seinem Amtskollegen Waldemar Dombek aus dem polnischen Partnerlandkreis Gliwice am 28. Februar in einer Videokonferenz zugesagt, dass Hilfsgüter wie Betten, Decken und Spielzeug zeitnah nach Polen gebracht werden. Dort sind demnach in den vergangenen Tagen vermehrt Geflüchtete aus der Ukraine eingetroffen. "Die Situation in Polen ist nochmals eine verschärfte. Auch deshalb habe ich meinem Amtskollegen Waldemar Dombek unbürokratische und schnelle Hilfe zugesagt. Eine solch vertrauensvolle Partnerschaft wie zwischen den Landkreisen Calw und Gliwice zeigt, wie ein geeintes Europa zusammenhält", betonte Riegger am Rande der Videokonferenz.
Als Zeichen für Frieden und Solidarität wird seit kurzer Zeit das Landratsamt am Abend in Blau und Gelb bestrahlt.



