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Beinahe den Charakter eines Plenarsaals nahm die Gräfin-Rhena-Halle in Bauschlott an, wo die erste Gemeinderatssitzung im neuen Jahr stattfand. Zum Thema Containerunterkünfte für Asylbewerber wurden viele Fragen gestellt. Foto: Martin Schott
Beinahe den Charakter eines Plenarsaals nahm die Gräfin-Rhena-Halle in Bauschlott an, wo die erste Gemeinderatssitzung im neuen Jahr stattfand. Zum Thema Containerunterkünfte für Asylbewerber wurden viele Fragen gestellt. Foto: Martin Schott
12.01.2016

Kritische Fragen zur Containersiedlung in Bauschlott

Die erste Sitzung des Neulinger Gemeinderates im Jahr 2016 fand ausnahmsweise in der Bauschlotter Gräfin-Rhena-Halle statt. Und das war auch nötig, zumal rund 200 Zuhörer vor allem am geplanten Bau einer Containersiedlung in Bauschlott interessiert waren.

Formal ging es zunächst um das nach dem Baurecht erforderliche „Einvernehmen“ des Gemeinderates zu diesem Bauantrag. Antragssteller und künftiger Bauherr ist der Enzkreis, der zur Unterbringung von Asylsuchenden und Flüchtlingen auf dem Flurstück Nr. 5414 an der Straße „Obere Klinge“ in Bauschlott eine Containerwohnanlage errichten möchte.

Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt und Landratsvize Wolfgang Herz erläuterten das Projekt. Geplant ist eine Anlage mit 24 Einheiten. Eine Einheit soll fünf Personen aufnehmen, so dass insgesamt 120 Personen untergebracht werden könnten. Gedacht sei insbesondere an die Aufnahme des Personenkreises, der bislang in der nur übergangsweise überlassenen alten Gemeindehalle beim Fußballplatz untergebracht ist. Der Standort befindet sich direkt in Verlängerung der Straße „Obere Klinge“ gegenüber der Firma Spoerr. Ein privater Grundeigentümer wird die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche dem Landratsamt zur Verfügung stellen. Dass die Containersiedlung dort im baurechtlichen „Außenbereich“ überhaupt errichtet werden kann, ist Folge einer notstandsrechtlichen Änderung des Baugesetzbuches.

Gemeinderäte und Bürger, Letztere im Rahmen einer in die Sitzung integrierten Bürgerinformation, konnten Fragen zum Projekt stellen und nutzten diese Möglichkeiten auch intensiv und kritisch. So wird etwa die Platzierung in der Nähe der Behinderteneinrichtung „Auenhof“ und des Seniorenzentrums „Bethesda“ als besonders ungünstig gesehen, weil gerade diese gesellschaftlichen Gruppen am wenigsten angemessen auf die Herausforderung durch den Zuzug so vieler Fremder aus ganz anderen Zivilisationsgebieten reagieren könnten. Auch der benachbarte Bauernhof und die dort ebenfalls ansässige Reitschule könnten vor Beeinträchtigungen nicht sicher sein. Ganz abgesehen davon, dass Migranten auf dem Rechtsweg gegen etwaige Geruchsbelästigung aus den Tierställen juristisch vorgehen könnten. Mehrere Bürger bekannten klar, dass ihnen der ungebrochene Zuzug von immer mehr Asylbewerbern auch nach Neulingen Angst mache.

Im Supermarkt neben der vor einem Jahr eröffneten Unterkunft werde mittlerweile in erheblichem Ausmaß gestohlen oder Ware beschädigt, ohne dass sich dies in den offiziellen Polizeistatistiken niederschlage, hieß es. Eigene Erfahrungen und der Austausch in sozialen Netzwerken zeigten klar, dass es „keineswegs alles liebe Menschen sind, die da kommen“. Gerade dieses Bild werde jedoch im „Staatsfunk“ einseitig gezeichnet. Mehr lesen Sie am Mittwoch in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.