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Soll dafür sorgen, dass kritische Situationen erst gar nicht entstehen und den Mitarbeitern im Ernstfall beistehen: Sicherheitsmann Detlef Wegner im Landratsamt des Enzkreises.   Ketterl
Soll dafür sorgen, dass kritische Situationen erst gar nicht entstehen und den Mitarbeitern im Ernstfall beistehen: Sicherheitsmann Detlef Wegner im Landratsamt des Enzkreises. Ketterl
14.11.2017

Landratsamt und Stadtverwaltung wappnen sich gegen Aggressionen

Eine Geiselnahme im Jugendamt Pfaffenhofen hat vor gut einer Woche für Aufsehen gesorgt. Ein 28-Jähriger hatte eine Sachbearbeiterin, mit der er wegen eines Sorgerechtsstreits zu tun hatte, mit einem Messer bedroht.

Es war nicht der erste tätliche Angriff auf Beschäftigte in Ämtern. 2012 wurde eine Jobcenter-Mitarbeiterin in Neuss erstochen, 2014 ein Mitarbeiter in Rothenburg. Im vergangenen Jahr wurde ein Jobcenter-Mitarbeiter in Dietzenbach mit einem Hammer angegriffen.

Auch in Pforzheim und im Enzkreis gab es schon verbale Bedrohungen und Übergriffe. Deshalb haben die Stadt und das Landratsamt mittlerweile Sicherheitsfirmen im Einsatz. Beim Enzkreis wurde nach einer Testphase gerade der Vertrag mit dem Securitydienst bis Oktober 2018 verlängert.

„Wir haben die Rückmeldung, dass das Sicherheitsempfinden unserer Mitarbeiter gestiegen ist, seit der Sicherheitsdienst im Landratsamt im Einsatz ist“, sagt Sozialdezernentin Katja Kreeb.

Auslöser war ein Vorfall im Juli. Ein gambischer Flüchtling aus Niefern wurde handgreiflich und musste von der hinzugerufenen Polizei gewaltsam abgeführt werden. Dabei war der Mann zuvor bereits mit Hausverbot belegt worden. „Er hat Mitarbeitern Angst gemacht“, sagt Kreeb. Die Drohung hätten bis zu „I will kill you“ („Ich bring dich um“) gereicht. Streit gab es ums Geld. „Gerade beim Thema Leistungsbezug oder auch -kürzungen kochen die Emotionen schnell hoch“, weiß die Dezernentin.

Wenn jetzt schwierige Gespräche mit einzelnen Klienten beispielsweise im Migrations- oder Sozialamt zu erwarten seien, werde der Sicherheitsbedienstete vor der Türe des Besprechungszimmers postiert. „Das hat sich als sehr hilfreich erwiesen. Mir sind seitdem keine relevanten Vorfälle mehr bekannt“, so Kreeb.

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