Im Simulationsraum lässt sich Klaus Mack von Alfred Schulz und Rico Kuhnke (von

links) die Funktionen in einem Rettungswagen erklären.

Büro Mack
Region
Lebensretter am Limit: DRK-Landesschule im Gespräch mit Klaus Mack
  • pm

Kreis Calw/Kreis Freudenstadt/Pfalzgrafenweiler. Ein Nachwuchsproblem habe der Rettungsdienst nicht. Allein an der DRK-Landesschule Baden-Württemberg mit elf Standorten in ganz Baden-Württemberg und dem Verwaltungssitz in Pfalzgrafenweiler beginnen inzwischen knapp 500 Teilnehmer die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter, so eine Pressemitteilung des Bundestagsabgeordneten Klaus Mack. Doch Geschäftsführer Alfred Schulz und Gesamtschulleiter Rico Kuhnke wissen: Nur wenige bleiben bis zur Rente im Beruf, heißt es weiter.

Viele würden in den ersten Jahren aussteigen. Grund seien die hohe Arbeitsbelastung und immer mehr Bagatelleinsätze, die für Frustration sorgen, sagen Schulz und Kuhnke im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt, Klaus Mack.

"Es ist zur Unart geworden, bei jedem Schnupfen oder Schnitt in den Finger gleich den Notruf zu wählen. Aber es ist auch eine Gratwanderung: Wer Hilfe braucht, muss die Sicherheit haben, dass jemand im Notfall da ist. Umso wichtiger ist: Wer Leben rettet, egal ob von Berufs wegen oder im Ehrenamt, verdient mehr Wertschätzung und Unterstützung", sagt Mack.

Mehr medizinisches Grundwissen in der Bevölkerung sei dabei nur ein Ansatz. Den Schlüssel sehen Schulz und Kuhnke auch in einer engeren Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen. Man sprach darüber, dass eine Erweiterung von Zugriffsrechten in den diensthabenden Leitstellen Abhilfe schaffen könne. Es sei bekannt, dass es insgesamt mehr Mitarbeiter im System Rettungsdienst braucht. Aber wie könnten weitere Menschen für Berufe im Rettungsdienst gewonnen oder länger gehalten werden? Die Landesschule sehe hier zwei mögliche Stellschrauben: Aktuell fehlen Perspektiven für Haupt- und Werkrealschüler, denn momentan benötigen Auszubildende mindestens die mittlere Reife.

Zudem würden viele Abiturienten die Ausbildung zur Überbrückung von Wartezeiten für ein Medizinstudium nutzen. Wenn es für sie eine Weiterentwicklung beispielsweise mit einem integrierten Studium gäbe, könnte das wertvoll sein – auch angesichts des zunehmenden Ärztemangels, heißt es in der Mitteilung. Wie stark bei der Ausbildung bereits digitale Techniken zum Einsatz kommen, sehe der Abgeordnete Mack beim Rundgang durch die Landesschule. Simulationsbasiertes Lernen und Übungen in virtuellen Szenarien ergänzen dort klassische Einheiten wie zur Ersten Hilfe. Nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, sei die Einrichtung stetig mit den Aufgaben gewachsen – inzwischen mit elf Bildungseinrichtungen in ganz Baden-Württemberg.

An der DRK-Landesschule gibt es jährlich über 700 Seminare und Veranstaltungen, bei denen mehr als 21.000 Teilnehmer von über 200 Mitarbeiter und mehr als 1.500 Honorarkräften geschult werden. "Es ist toll, im eigenen Wahlkreis eine solche Kompetenzstelle zu haben, die derart viel für die Sicherheit der Menschen leistet. Ich sehe es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe die Bedingungen für die Einsatzkräfte zu verbessern, damit sie bei wirklich schweren Notfällen gezielt helfen zu können", sagt Mack.