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Vor 9 Uhr darf man mit der Netz-9-Karte nicht in den Zug.  Foto: dpa-Archiv 

Leserfrage: Wann genau gilt die Netz-9-Monatskarte?

Enzkreis. Immer wieder fragen Leser, die mit einer Netz-9-Karte des Verkehrsverbundes Pforzheim-Enzkreis (VPE) unterwegs sind, ob der Ausweis auch für verspätete Züge gilt, die nur zufällig nach 9 Uhr halten. Und ob es generell eine Option gibt, die einen Fahrantritt vor 9 Uhr legalisiert.

Zunächst einmal: Für den, der keine vollwertige Monatskarte benötigt, weil er sich unter der Woche morgens nicht allzu früh in den Pendlerstrom begeben muss, ist eine Netz-9-Monatskarte des VPE genau richtig: Man spart aufs Jahr gesehen ordentlich Geld. Und kann bis 3 Uhr des Folgetags unterwegs sein, sofern dann überhaupt noch Busse und Bahnen fahren. Wichtiger ist, dass die Sparkarte an Wochenenden und Feiertagen ganztägig gilt. Man ist also auch in der Freizeit mobil. Sparfüchse machen sich naheliegenderweise immer Gedanken, wie man die Netz-9-Karte auch wirklich voll ausreizen kann. Etwa, in dem man einen Zug nutzt, der eigentlich vor 9 Uhr auf dem Plan steht, aber real um 9 Uhr oder später eintrifft. Was seit den neuen Betreibern auf der Residenzbahn zwischen Stuttgart und Karlsruhe häufig der Fall ist.

Axel Hofsäß, der VPE-Geschäftsführer weiß Bescheid: Bei einer Verspätung ist die Netz-9-Karte gültig. Steigt man aber in eine Regionalbahn oder in eine Stadtbahn ein, die regulär vor 9 Uhr abfährt, dann ist der Fahrgast zunächst einmal bis 9 Uhr schwarz unterwegs. Steigt also jemand vor 9 Uhr in einen Zug, der überall hält, wird ihm eine Überprüfung dann zum Verhängnis, wenn der Kontrolleur dem Fahrgast nachweisen kann, dass er tatsächlich bereits vor 9 Uhr im Zug gesessen hat. Ist dies der Fall, ist ein erhöhtes Beförderungsentgelt zu entrichten.