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Fast aus allen Nähten geplatzt ist die Mehrzweckhalle in Engelsbrand bei der dritten und letzten Kandidatenvorstellung am Freitagabend. Am kommenden Sonntag können sich die Bürger zwischen vier Kandidaten entscheiden. Foto: Falk
Fast aus allen Nähten geplatzt ist die Mehrzweckhalle in Engelsbrand bei der dritten und letzten Kandidatenvorstellung am Freitagabend. Am kommenden Sonntag können sich die Bürger zwischen vier Kandidaten entscheiden. Foto: Falk
12.03.2018

Letzte und ruhige Vorstellung der Kandidaten vor Wahl in Engelsbrand

Engelsbrand. Am kommenden Sonntag, 18. März, wählen die Engelsbrander einen neuen Bürgermeister. Sachlicher und ruhiger als zuletzt in Grunbach und Salmbach ist die dritte und letzte Kandidatenvorstellung am Freitagabend in Engelsbrand verlaufen. Stefan Bacher, Diplomverwaltungswirt Polizei, Thomas Keller, Diplombetriebswirt, und Rechtsanwalt Jost Baumgärtner stellten sich nach ihren Reden wie auch schon die Male zuvor ohne die vierte Bewerberin Friedhild Anni Miller aus Sindelfingen den Fragen der Zuhörer. Die waren zwar so reichlich erschienen, hatten dafür jedoch nur wenig Fragebedarf.

Vereinsarbeit ist in der Gemeinde mit rund 30 Vereinen immer wieder ein großes Thema. Eine Bürgerin wollte mit Blick auf die in die Jahre gekommene Mehrzweckhalle in Engelsbrand wissen, wie das Training im Falle einer Sanierung stattfinden solle. Eine Ausweichmöglichkeit müsse geschaffen werden, antwortete der Langenbrander Stefan Bacher. Auch Thomas Keller aus Grunbach würde in einen anderen Ortsteil ausweichen: „Wenn die Sanierung ansteht, müssten Sie da erst einmal in den sauren Apfel beißen.“ Jost Baumgärtner aus Engelsbrand sieht das Thema als völlig unproblematisch an. „Dann musst Du im Freien trainieren“, scherzte er und fügte hinzu: „Das ist nichts, was man nicht in den Griff bekommen könnte.“ Erst müsse die Halle geputzt, dann der Schimmel entfernt und dann das Dach neu gemacht werden. Das Training könne nebenher ganz normal stattfinden.

Ein anderer Bürger bemängelte die Situation für Rollstuhlfahrer in der Gemeinde. Bei der Engelsbrander Mehrzweckhalle und dem Rathaus etwa gebe es zu wenige Rollstuhl-Parkplätze, zudem sei die Gemeindeverwaltung nicht barrierefrei zugänglich. „Rollstuhlplätze sind freizuhalten“, stellte Baumgärtner klar. Völlig außer Frage steht für Keller, dass das Rathaus barrierefrei werden müsse. Seiner Meinung nach könne man hier mit kleinen Veränderungen eine gute Lösung schaffen. Bacher ermutigte den Mann, seine Anliegen vorzubringen: „Bei solchen Themen bin ich auf Ihre Hinweise und Ihre Erfahrungen angewiesen.“ Ein Mitglied des FC Engelsbrand wollte von Bacher und Keller wissen, wie sie Vereine zukunftsfähiger machen würden. Keller sprach Nachwuchsprobleme an und könnte sich vorstellen, mehr über Vereins- und Ortsgrenzen hinweg zu machen. Für Bacher ist der Trend auch eine Folge des demografischen Wandels.

Qual der Wahl

Bei der Frage einer Engelsbranderin war Jost Baumgärtner gefragt. Sie wollte von dem Juristen wissen, wie sie bei der Wahl am 18. März ihre Stimme nicht verschenke, auch wenn für sie der richtige Kandidat nicht dabei sei. „Das ist ganz einfach“, antwortete Baumgärtner: „Wahlzettel lesen und bei Punkt vier einen eigenen Kandidaten reinschreiben. Wenn er die Mehrheit bekommt, ist er gewählt.“ Die Engelsbrander haben nach langen Jahren mit Neu-Landrat Bastian Rosenau an ihrer Spitze nun zum ersten Mal wieder die Qual der Wahl.