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Gut drauf: die Volksmusikband „Innsbrucker Böhmische“. Foto: Hegel

Mischung beim „Böhmischen Traum“ sorgt für Andrang in der Festhalle

Straubenhardt-Langenalb. Auf der Bühne spielt die „Innsbrucker Böhmische“, im Publikum sitzt der Komponist des berühmten „Böhmischen Traums“ und getrunken wird Bier nach böhmischer Brauart: Der erste Abend der Musiktage in Langenalb am Samstag ließ ein klares Konzept erkennen. Mit 350 Besuchern in der fast ausverkauften Turn- und Festhalle zeigte sich der Musikverein äußerst zufrieden – Gäste kamen aus ganz Baden-Württemberg angereist.

Eigentlich hätten die sieben Volksmusiker der „Innsbrucker Böhmische“ am Sonntag schon wieder beim Frühschoppen in Tirol spielen müssen. Weil die Straßen aber vom Schnee zu sind, haben sie den Termin abgesagt. „Dadurch können sie bei uns länger spielen“, freute sich der Vorsitzende des Musikvereins Langenalb Karlheinz Pfeiffer. Mit dem Motto „Böhmischer Traum“ haben sich Pfeiffer und sein Team wieder für eine volkstümliche Variante der seit über 20 Jahre stattfindenden Musiktage entschieden – und konnten die in der Szene bekannte Tiroler Blaskapelle für einen Auftritt gewinnen. Die studierten Musiker, die auch in Symphonieorchestern spielen, überzeugten nicht nur mit musikalischen Schmankerln wie einem Tuba-Solo oder dem längsten Atem der Blasmusik am Tenorhorn, sondern hatten zwischen den Liedern auch den ein oder anderen Kalauer auf Lager.

Das zog nicht nur lokale Gäste an: „Wir haben Karten in ganz Baden-Württemberg verkauft“, erzählt Pfeiffer. Sogar der Komponist des bekannten Volkslieds „Böhmischer Traum“ Norbert Gälle aus Ravensburg sicherte sich einen Platz in der ersten Reihe.

Am Sonntag staunten die Besucher dann nicht schlecht, als acht Kinder mit ihren Blockflöten auf der Bühne standen. Das Besondere: Nur zwölf Wochen spielten die Musikneulinge das hölzerne Instrument vor ihrem ersten Auftritt. „Wir wollen damit Kinder für Musik und den Verein begeistern“, sagt Martina Weiss, die das neuartige Projekt und früher die Jugendkapelle geleitet hat. Diese wurde im letzten Jahr aufgelöst und ins 25-köpfige Orchester überführt. „Beim Flötenprojekt spielen mittlerweile Kinder der Musiker mit, die früher bei mir in der Jugendkapelle waren“, freut sich Weiss.

Damit bei so viel Blasmusik keine Kehle trocken blieb, sorgte der Bierbrauer Dirk Imhof aus Höfen. Im Foyer konnten die Besucher seinen „Böhmischen Traum“ probieren – ein Craft-Bier gebraut nach dem ursprünglichen Pilsener Brauverfahren.