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In Kostümen wie vor mehreren hundert Jahren schreitet Ausschreier Robert (von links) mit Freifrau zu Niefern, Bürgermeisterin Birgit Förster, und Organisatorin Conny, die Starke (Gutscher) durch das Markttreiben.  Foto: Fux 

Mittelalter in Niefern: 315 Akteure entführen in früheres Jahrhundert

Niefern-Öschelbronn. Im richtigen Leben sind Mittelalter-Fans kein umherziehendes, fahrendes Volk, sondern haben Berufe wie Technischer Beamter, Kommissar, Karatelehrer oder sie kümmern sich um Recycling vieles mehr.

In ihrer Freizeit pflegen – häufig komplette Familien – ihr aufwendiges Hobby: Sie schlüpfen in das Kostüm der Magd, des Knappen, Ritters, spielen Gesindel oder edle Herrschaften aus längst vergangenen Tagen. Und dies möglichst detailgetreu. So auch wieder auf dem Festplatz in Niefern.

Niefern Mittelalter (29)
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"Das Mittelalterliche Treiben mit Herz" in Niefern

„Das Mittelalterliche Treiben mit Herz“ organisiert dort bereits zum vierten Mal Conny, die Starke (Gutscher), mit Unterstützung ihrer Familie und Freunden. Denn auch die vom Mittelalter Begeisterten sind wie eine große Familie. Man kennt, schätzt sich und unterstützt sich auch gegenseitig. Dieses Jahr ist das Mittelalter-Spektakel an der B 10 so groß wie noch nie. „Insgesamt stehen 315 Akteure auf dem Festplatz, darunter beispielsweise 30 Lager, 16 Handwerker und zehn Händler“, betont Conny, die Starke.

Das Hobby der Mittelalter-Fans ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch kostspielig. Häufig sind die Gewandungen, die die Blicke auf sich ziehen, selbst genäht, die Füße stecken in mittelalterlichem, einfachem Schuhwerk, das der Schuhmacher auf dem Mittelaltermarkt selbst und vor Ort anfertigt, andere gehen barfuß, also auch stilecht, über den Festplatz, direkt an der Bundesstraße 10 gelegen.

Auch Niefern-Öschelbronns Bürgermeisterin Birgit Förster spielt begeistert mit und schlüpft in die Rolle der Freifrau zu Niefern. Ihr Gemahl Mario steht der Freifrau – wie im richtigen Leben – gerne zur Seite. „Es ist für mich eine große Ehre und Freude, dass wir jedes Jahr in Niefern so ein tolles und abwechslungsreiches Programm geboten bekommen“, betont Förster und schaut sich begeistert beim traditionellen Handwerk, darunter auch Buchbinder, Schmied und Steinmetz um, lauscht den mittelalterlichen Klängen von des „Geyers Schwarzer Haufen“ oder des „kleinen Raben“ und spendet reichlich Jubel und Handgeklapper.

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