Wimsheim/Wurmberg/Enzkreis. „Gut Ding will Weile haben.“ – Das Sprichwort gilt insbesondere in Flurbereinigungsverfahren. Nach rund 40 Jahren ist nun ein solches Verfahren für Ortslagen der Gemeinden Wimsheim und Wurmberg erfolgreich zum Abschluss gebracht worden. Das teilt das Landratsamt in einer Pressemitteilung mit. „Mit insgesamt 812 Teilnehmenden und 69 Hektar Verfahrensfläche war es das größte Ortslageverfahren in Baden-Württemberg, bei dem die Grenzen von 1100 Grundstücke neu festgelegt wurden“, stellt der Dezernent für Landwirtschaft, Forsten und öffentliche Ordnung des Enzkreises Holger Nickel heraus.
Das Verfahren umfasste Wimsheim und Wurmberg inklusive seines Ortsteils Neubärental. In seinem langjährigen Verlauf wurden mit sämtlichen Beteiligten intensive Gespräche geführt und individuelle Vereinbarungen getroffen, um eine tragfähige und zukunftsorientierte Neuordnung der Grundstücke zu erreichen. Dabei konnte unter anderem rund ein Hektar Fläche für gemeinschaftliche und infrastrukturelle Zwecke bereitgestellt werden.
Das Ortslageverfahren zeichnet sich durch mehrere, außergewöhnliche Merkmale aus, erklärt Holger Nickel: „Sämtliche Grundstücksgrenzen im Verfahrensgebiet wurden neu abgemarkt und damit dauerhaft gesichert. Darüber hinaus konnten über 200 – teils jahrzehntealte – Vereinbarungen, wie insbesondere notarielle Verträge, im Rahmen der Flurbereinigung umgesetzt und rechtlich bereinigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt lag zudem auf der umfassenden Bereinigung des Grundbuchs, wodurch vielfach unklare oder überholte Eigentumsverhältnisse, Rechte und Dienstbarkeiten geklärt werden konnten“, weiß der Dezernent. Auch die rechtliche Umsetzung sei bereits weit fortgeschritten und die Grundbücher teilweise schon berichtigt, weitere Anpassungen würden noch sukzessive erfolgen.
Die beteiligten Bürgermeister Mario Weisbrich (Wimsheim) und Michael Teply (Wurmberg), zeigten sich mit dem Verlauf und den Ergebnissen durchweg zufrieden, denn trotz der Größe und Komplexität war das Verfahren weitestgehend reibungslos verlaufen. Lediglich drei Widersprüche waren eingereicht worden. Sie seien inzwischen vollständig abgearbeitet, beziehungsweise zurückgenommen worden. Der jetzige Abschluss des Verfahrens bedeute einen Meilenstein für die strukturelle Entwicklung der beiden Gemeinden, sind sich Nickel, Weisbrich und Teply einig.
Als sichtbares Zeichen für den erfolgreichen Abschluss wurde ein Platz mit Gedenkstein gestaltet. Er befindet sich in freier Feldflur an der Gemarkungsgrenze zwischen Wurmberg und Wimsheim und wurde in Eigenregie realisiert. Die schön gestaltete Sitzgruppe lädt zum Verweilen ein und bietet einen Blick auf beide Orte, was den verbindenden Charakter des Projekts unterstreicht.

