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Symbolbild: dpa

Nach Bluttaten wartet nun das Gericht auf das Ende der Ermittlungen

Tiefenbronn/Schömberg. Eine Familientragödie hat Ende Mai die Gemeinde Tiefenbronn erschüttert und auch weit über die Ortsgrenzen hinaus die Menschen in der Region bewegt. Ein 60-jähriger Geschäftsmann hatte im Ortsteil Mühlhausen fast seine ganze Familie ausgelöscht. Weiter sind die Ermittlungen zur Bluttat in Langenbrand. Fast fünf Monate ist es her, dass ein Streit unter Alkoholeinfluss in einer Kellerwohnung tödlich endete.

Die Ermittlungen der Polizei seien im Tiefenbropnner/Mühlhausener Fall noch nicht abgeschlossen, sagt der Sprecher der Pforzheimer Staatsanwaltschaft, Bernhard Ebinger. Die Beamten seien noch damit beschäftigt, die Angaben des Mannes zu überprüfen. Dieser hatte bereits gestanden, seine 38-jährige Frau und den achtjährigen Sohn erstochen zu haben. Der elfjährige Sohn konnte sich lebensgefährlich verletzt aus dem Haus der Familie retten. Er überlebte und ist mittlerweile bei Verwandten untergebracht. Der Vater, der mit Verletzungen aufgefunden wurde, sitzt in Untersuchungshaft. Bisher ist nicht bekannt, was ihn zu der Bluttat getrieben hat. Zum Motiv könne man derzeit noch keine abschließende Aussage machen, lässt Ebinger wissen. Dies sei noch nicht ganz geklärt.

Das Leben des Ehepaars und der beiden Kinder wirkte sorgenfrei: Der 60-Jährige war als Geschäftsmann in der Medizintechnik-Branche augenscheinlich erfolgreich. Seine Frau arbeitete in der Firma mit, während die beiden Söhne während der Woche in einem Internat lebten. Das Haus in Tiefenbronn wurde genauso wie ein Haus in Baden-Baden nur gelegentlich genutzt. Ebinger rechnet damit, dass die Ermittlungen zügig zum Abschluss kommen und die Akten der Staatsanwaltschaft innerhalb der nächsten vier Wochen vorgelegt werden. Dann handle es sich eher um Wochen denn um Monate, bis es zu einer Anklage kommt. Sofern nicht Akteneinsicht und Fristverlängerung beantragt würden.

Gericht gibt Auftakt bekannt

Die Bluttat in Langenbrand liegt fast fünf Monate zurück. Das Opfer, ein 55-jähriger Deutscher mit Migrationshintergrund, wurde in einer Februarnacht von den Rettungskräften leblos in seiner Küche gefunden. Der Täter, ein Deutscher, der Wurzeln in Russland hat, sitzt seither in Untersuchungshaft. Ihm wird Totschlag vorgeworfen. So steht es in der Anklageschrift der zuständigen Staatsanwaltschaft Tübingen, die beim Landgerichts Tübingen eingegangen ist. Dort könnte sich der aktuell 62-jährige Mann ab Ende des Monats verantworten müssen.

Vier Termine sollen laut Landgericht-Pressesprecherin Diana Scherzinger für den Prozess anberaumt sein. Konkrete Daten nennt die Behörde mit Sitz in Tübingen jedoch noch nicht. Nächste Woche will die Richterin weitere Informationen preisgeben. Der Prozess wird Details ans Tageslicht bringen. Beispielsweise, was der Auslöser des Streits zwischen den Bekannten war. Beim Täter wurden auch Verletzungen festgestellt. Ob diese vom Streit mit dem späteren Opfer stammen, muss vor dem Schwurgericht geklärt werden.

Sabine Mayer-Reichard

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Dennis Krivec

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