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Zerbrochene Vasen und kaputte Deko – die Ausmaße des Einbruchs in Tiefenbronn hielt die betroffene Familie auf dem Mobiltelefon fest. Fotos: Meyer
Zerbrochene Vasen und kaputte Deko – die Ausmaße des Einbruchs in Tiefenbronn hielt die betroffene Familie auf dem Mobiltelefon fest. Fotos: Meyer
Über dieses Fenster sind der oder die Täter in das Haus von Ralf Bommer gelangt.
Über dieses Fenster sind der oder die Täter in das Haus von Ralf Bommer gelangt.
Einbruchspuren und ein durchwühltes Haus ist das, was der Dieb in Tiefenbronn zurückließ.
Einbruchspuren und ein durchwühltes Haus ist das, was der Dieb in Tiefenbronn zurückließ.
27.01.2019

Nach Einbruch in Wohnhaus: So fühlt sich eine betroffene Familie aus der Region

Tiefenbronn. Seit 2015 sind die Zahlen von Wohnungseinbrüchen im Enzkreis stark rückläufig. Dennoch passieren sie immer wieder und haben schreckliche Folgen für die Betroffenen. Erst am Mittwoch ist ein Dieb in ein Familienhaus in Tiefenbronn eingedrungen.

Keine zehn Minuten dauert es von der A 8-Anschlussstelle Heimsheim in die Lucas-Moser-Straße in Tiefenbronn. Der Weg führt über Landstraßen, wenige Wohnhäuser sind zu sehen. Tagsüber herrscht hier nicht allzu viel Verkehr. In der Dunkelheit bleibt man auf dieser Strecke nahezu unentdeckt. Weitläufige Wiesen, Wälder und kurvenarme Straßen bieten für ein schnelles Entkommen die besten Voraussetzungen.

Voraussetzungen, die Familie Bommer aus Tiefenbronn vermutlich zum Verhängnis wurden: Auch am frühen Mittwochabend war es bereits dunkel, als sich mindestens ein Einbrecher über ein Wohnzimmerfenster gewaltsam Zutritt zu ihrem Haus verschaffte (die PZ berichtete). Das Ehepaar Ralf und Cathrin Bommer wohnt gemeinsam mit ihrem Sohn Fritz in der Straße. Die Familie ist dort seit vielen Jahren zuhause. „Jetzt ist es ein komisches Gefühl hier zu sein. So alleine“, beschreibt Cathrin Bommer ihr Empfinden nach dem Vorfall. „Wir fühlen uns nicht mehr sicher“, fügt ihr Ehemann hinzu.

Bargeld, Mobiltelefon und eine hochwertige Uhr sind die Beute des Diebes, der vermutlich von der Familienmutter bei ihrer Rückkehr gestört wurde. Sie war zwischen 17.30 und 18.20 Uhr am Mittwoch nicht einmal eine Stunde aus dem Haus und nur wenige Meter en9tfernt, als der Täter zuschlug. Auf insgesamt drei Stockwerken durchwühlte er die Zimmer. Wie schlimm der Einbruch tatsächlich war, zeigen die Fotos, die direkt nach dem Einbruch entstanden sind: Das Fenster im Wohnzimmer ist aufgehebelt. Die Vasen, die zuvor auf der Fensterbank standen, liegen zerbrochen auf dem Boden. Auch die Dekoration wurde nicht verschont. Sie liegt auf dem Boden – Seite an Seite mit den Pflanzen. Im Schlafzimmer stehen viele Schubladen sperrangelweit offen. Sie sind durchwühlt.

„Es geht nicht um den materiellen Schaden. Viel schlimmer ist das persönliche Empfinden und etwas anderes“, sagt der Vater sichtlich erschrocken – und auch verärgert. Hinzu komme das Gefühl, alleine gelassen zu werden. „Wir fühlen uns im Stich gelassen“, konkretisiert es der Sohn. Nicht von der Polizeistreife, die vor Ort war und ihnen kurz nach der Tat hilfreich zur Seite stand, sondern vielmehr von der Politik, wie die Familie sagt. Dass die Täter schon einmal in das Haus eingebrochen sind, halte sie nicht davon ab, wieder zu kommen – im Gegenteil, erklärten die Beamten am Mittwoch. Und genau das sei das Problem. Gegen zukünftige Einbrüche etwas unternehmen und präventiv arbeiten in Form von Streifen in den Abend- und Nachtstunden, sei derzeit laut den Polizisten nicht möglich. Die Beamten haben der Familie am Mittwoch geraten, die Rollläden beim Verlassen des Hauses und vor allem auch abends herunterzulassen. „Ein lieb gemeinter Rat von wirklich engagierten Polizisten“, so der Familienvater. Langfristig hilfreich sei er trotzdem nicht. Seiner Meinung nach müsse sich etwas auf höherer Ebene ändern: „Für uns als Steuerzahler ist es unverständlich, wie bei hohen Steuereinnahmen immer noch an Investitionen in unsere Sicherheit gespart werden kann“, macht Ralf Bommer deutlich.

Mit einem Blick auf das Fenster rechnet er sich im Kopf die Kosten der Sicherheitsmaßnahmen durch. Mehrere tausend Euro wird die Familie für ihr eigenes Wohlbefinden investieren müssen. Das ist wohl das Einzige, was der Vater nun erst einmal tun kann.

Hinweise zum Einbruch nimmt das Polizeirevier Pforzheim-Nord telefonisch unter (0 72 31) 1 86 33 11 entgegen.