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10.10.2011

Nach Feuertod von vier Menschen: Aufnahmeheim Erlacher Höhe wieder eröffnet

Calw. Auf der einen Seite Trauer und Entsetzen, auf der anderen Seite Freude und Hoffnung: Sowohl in der Predigt als auch in allen Grußworten während des Gottesdienstes in der Stadtkirche Calw kamen diese Gefühle bei der Wiedereröffnung des Aufnahmeheims der Erlacher Höhe zum Ausdruck.

Noch immer standen allen Beteiligten die schrecklichen Ereignisse in der Nacht vom 18. auf den 19. August 2009 vor Augen: Bei einem Brand im Wohnheim der Erlacher Höhe starben vier Menschen, zwei wurden schwer verletzt, das Gebäude war völlig zerstört. „Und doch darf die Trauer der Freude weichen“, ermutigte Dekan Erich Hartmann in seiner Predigt die Festgemeinde, „wir sehen mit Hoffnung und Freude nach vorne, denn auch hier hat der Tod nicht das letzte Wort.“

Auch aus Psalmen, Liedern und Bibeltexten sprachen Vertrauen und Zuversicht, dass Menschen, die an Gott festhalten, zwar nicht von Angst, Zweifel oder Leid verschont blieben, jedoch von Gott nicht allein gelassen würden.

Andreas Reichstein, Leiter der Erlacher Höhe am Standort Calw, zeigte am Beispiel „Peter Schumacher: Von einem, der auszog“ wie schnell Menschen in eine soziale Notlage geraten können. „Unsere diakonische Arbeit ist eingebettet in den Horizont Gottes“, hob Diakon Wolfgang Sartorius als Gesamtleiter der Einrichtung Calw-Nagold hervor. Sein Dank galt dem selbstlosen Einsatz der Rettungskräfte, der seelsorgerlichen Hilfe, der Unterstützung der Mitarbeiter, Verwaltung und Bevölkerung sowie dem Diakonischen Werk.

„Die Erlacher Höhe hat in unserer Landesregierung einen hohen Stellenwert“, versicherte Sozialministerin Katrin Altpeter, die trotz gesundheitlicher Probleme zu der Feier angereist war. „Lassen sie uns gemeinsam weiter daran arbeiten, dass unsere Gesellschaft lebenswert bleibt und zwar für alle Menschen“, so die Ministerin.Landrat Helmut Riegger stimmte der Aussage Goethes zu, dass drei Dinge für ein Gebäude wichtig seien, nämlich der richtige Fleck, ein guter Grund sowie eine vollkommene Ausführung, fügte aber hinzu: „Genauso wichtig für ein Haus ist, dass sich jeder auf seine Weise einbringen kann.“

Ebenso sah der Calwer Oberbürgermeister Manfred Dunst die Verantwortung von Politik, Kirche und Gesellschaft: „Unsere gemeinsame Aufgabe muss es sein, allen Menschen Respekt, Lebensqualität und Hilfe zu bieten.“ Mit der Besichtigung des neuen Gebäudes in der Burgsteige 3 sowie Gesprächen mit Heimbewohnern klang die Veranstaltung aus.